Mit der Fertigstellung der Bauarbeiten, der Verlängerung der A270 und ihrer Fortsetzung als B74 neu geht in wenigen Wochen für die Anwohner in Blumenthal, in Rönnebeck und Farge eine Zeit der Behinderungen und Erschwernisse zu Ende. Immer wieder mussten in den vergangenen zwei Jahren Teil- und Komplettsperrungen von Abschnitten auch im Umfeld des Neubaus in Kauf genommen werden. Vier neue Brücken für Fußgänger und Radfahrer über die neue Trasse sollen verhindern, dass Wohnquartiere zerschnitten und Wege zu zentralen Einrichtungen unerträglich lang werden – an der Richard-Taylor-Straße, bei den Kleingärten (auch für Kraftfahrzeuge), am Umspannwerk und am Bauende in Blumenthal auf Höhe des BSAG-Depots.
Auch jetzt wird noch an Teilstücken gewerkelt. „Da handelt es sich um Gärtnerarbeiten, um Grünpflanzungen entlang der Trasse“, klärt Martin Stellmann, Sprecher des Amts für Straßen und Verkehr, auf. Am 1. November wurde mit der Begrünung begonnen, da waren die eigentlichen Straßenbauarbeiten schon weitgehend abgeschlossen. Stellmann: „Auch das eine und andere Schild muss in diesen Tagen noch angebracht werden.“
Zur offiziellen Eröffnung am 9. Dezember wird eine Abordnung des Bauherrn nach Bremen reisen – Bauherr ist die Bundesrepublik Deutschland. Es baute das Bundesland Bremen, natürlich wird auch eine hochrangige Abordnung der Landesregierung anwesend sein, wenn das neue Teilstück eingeweiht wird. „Die Verlängerung der A270/ B74n dient der Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Bremen-Nord und sorgt auch für die Entlastung der Wohngebiete von Verkehrslärm“, äußerte Umwelt-, Bau- und Verkehrssenator Reinhard Loske in einem Grußwort zum Projektstart vor zwei Jahren. Seine Teilnahme an der feierlichen Eröffnung bereits zugesagt hat übrigens Bürgermeister Jens Böhrnsen.
Die Bauarbeiten begannen im September 2007 an mehreren Streckenabschnitten. Neun Lärmschutzwände mit einer Gesamtlänge von 2700 Metern wurden befestigt, Asphaltdeckschichten eingebaut, Schutzplanken montiert, Brücken errichtet. Umfangreiche Pflasterarbeiten waren notwendig um Kreuzungsbereiche fertigzustellen. Dass die A270 im Lauf des verlängerten Streckenabschnitts ihren Namen aufgeben muss und im weiteren Verlauf B74 neu heißt, hängt mit dem Queren der Farge-Vegesacker Eisenbahn und einem Nebengleis zum Tanklager Farge zusammen – da eine Bundesautobahn nicht mit schienengleichen Bahnübergängen belegt sein darf, wurde die Umwidmung notwendig.
Die 2,6 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Kreinsloger und der Einmündung auf die Farger Straße verursachte Kosten von rund 28 Millionen Euro, davon werden 356.000 Euro aus Landesmitteln beigesteuert. 70.000 Quadratmeter Oberboden wurden gelöst und abgefahren, ebenso 100.000 Quadratmeter Boden aus Einschnitts- und Abtragsbereichen. Auch 480 Bäumen säumen den Trassenbereich, davon 425 Alleebäume. Grund zur Freude also auch für den Umweltsenator, der hofft, dass „für den örtlichen Verkehrsfluss insbesondere auch eine Verminderung von dauerhaften Lärm- und Schadstoffimmissionen erzielt“ wird.

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