Wer nicht ganz vorn landete, konnte sich trösten: Das gesamte Startgeld von über 5000 Euro kommt der Weihnachtshilfe des WESER-KURIER zugute. Rolf Münster aus Oldenburg: 'Das ist doch ein gutes Gefühl.' Er gehörte zu jenen, die von der Aussicht auf einmalig hohe Gewinne durch Sponsoren aus dem weiteren Umland nach Vegesack gelockt wurden. Es lief gut, aber am Ende eben nicht gut genug, um unter die Ersten zu kommen. Wie auch für Klaus Woite aus Rhauderfehn, Teilnehmer an der ersten Weltmeisterschaft vor 31 Jahren in Los Angeles und Vierter der Deutschen Meisterschaften in vergangenen Jahr im östlichen Barleben.
Drei Serien à 48 Runden. 'Da ist der Glücksfaktor einfach noch zu hoch', fand der zweimalige Deutsche Meister Eckard Albrecht von den Oytener 'Glücksrittern'. Gestern gehörte er nicht zu den Glücksrittern, war nach der ersten Runde praktisch chancenlos, reizte im zweiten Durchgang auf Teufel komm raus und musste schließlich noch bei Klaus Barr an die Turnierleitung 3,50 Euro für fünf vergeigte Spiele abdrücken. Zur dritten und entscheidenden Runde trat er gar nicht mehr an.
Hoher Glücksfaktor: Das hieß im Umkehrschluss, dass auch die reinen Hobbyspieler ihre Chance gegen all die Profis von der Bundesliga wie etwa Petra Toll aus Hannover oder Erika Suhling aus Bremerhaven hatten. - Wenn sie denn eine Strähne mit mehreren sicheren Grands oder Farbspielen auf die Hand bekamen und nicht zu wagemutig wurden. Sie merkten schon, dass ein Turnier nach den Regeln des Deutschen Skatverbandes etwas anderes ist, als Kneipenskat mit Contra, Re und Bock. Hier gibt es für jedes gewonnene Spiel 50 Bonuspunkte und jedes verlorene 30 zusätzliche Miese.
Wer in die ersten Ränge kommen will, muss schon pro Durchgang an die 1500 Punkte vorlegen. Geprüfte Schiedsrichter wachen darüber, das alles seinen regelgerechten Gang geht und nicht gemauschelt wird. Zufrieden schaute Turnierleiter Willy Janssen immer wieder in die Runde und freute sich, dass das Schiedsgericht als oberste Instanz keinen Streit schlichten musste. Die meisten nahmen es auch nicht so bitterernst und ließen es weiterlaufen, wenn jemanden mal eine Karte aus der Hand oder auf den Boden fiel.
Geschnackt wurde auch ordentlich. Vor allem an der frisch Luft. Seit zwei Jahren sind Skatturniere rauchfrei, und wer sich ein Stäbchen genehmigen will, muss die Pausen nutzen. Für die Turnierausrichter von der Verbandsgruppe Bremen war der gestrige Termin auch lange ein Vabanquespiel: Als sie ihn vor Monaten festlegten, stand nicht fest, ob Werder am Freitag, Sonnabend oder Sonntag gegen Schalke spielt. Der späte Anstoß gestern Abend hielt den befürchteten Schwund an Fußballfans in Grenzen.
So konnten diese auch noch die Siegerehrung nach einer äußerst knappen Entscheidung mitnehmen. 1. Preis: Heino Thiele (Oyten), Seekreuzfahrt für zwei Personen mit 4725 Punkten. 2. Preis: Heinz Michalski (Bremen) Fluss-Kreuzfahrt für zwei Personen mit 4718 Punkten. 3. Preis: Klaus Tiedemann (Bremervörde), 2000 Euro mit 4658 Punkten. 4. Preis: Raimund Gintzel (Wilhelmshaven), 1000 Euro mit 4553 Punkten. 5. Preis: Wolfgang Pape (Bremen), eine Woche Hotel in Salou/Spanien für zwei Personen mit 4478 Punkten.


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