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Findorff-Bürgerweide. Toiletten, die seit 60 Jahren kein einziges Mal saniert wurden, Eltern, die an den Wochenenden Klassenräume streichen, Kinder, die auf den Fluren arbeiten, weil die Schule keinen Platz für Differenzierungsräume hat: Der Ausschuss "Bildung, Kinder und Jugend" des Findorffer Stadtteilbeirats informierte sich während seiner öffentlichen Sitzung vor Ort über den Stand der Dinge an der Grundschule an der Admiralstraße. Die Anwesenden in der bis auf den letzten Platz besetzten Schulbibliothek konnten darüber viel erzählen. Als besonders bedenklich werden an der Schule die fehlenden Brandschutzmaßnahmen betrachtet, schilderte Elternvertreterin Sandra Wächter dem Ausschuss. Im Obergeschoss gäbe es im Brandfall keine Möglichkeit, sich über einen Notausgang zu retten. "Normalerweise müsste diese Schule geschlossen werden", vermutete die Vorsitzende des Schulelternbeirats. Außerdem sei die Schule auf körperbehinderte Kinder, Eltern oder Personal nicht eingerichtet -
weder die sanitären Einrichtungen, noch die Klassen- und Verwaltungsräume im oberen Geschoss seien für sie zu erreichen. Und schlicht "unzumutbar" seien die Zustände in der Mensa der Schule.
In der Mensa ist es fürchterlich laut
In der Grundschule Admiralstraße werden in zwei Schichten die 60 Kinder der "VGS-Plus" verköstigt. Neben der Enge des schmucklosen Essensraums mache vor allem auch der mangelhafte Lärmschutz im Alltag zu schaffen, berichtete Martina Rosenkranz, pädagogische Mitarbeiterin der Einrichtung. "Fürchterlich laut" sei es, wenn bis zu 40 Kinder gleichzeitig ihr Essen einnähmen, und statt entspannter Mahlzeiten erlebten Kinder und Personal Stress pur.
Ein anwesender Vater fand es "beschämend", dass die Schule fehlendes Garderobenmobiliar bei einer wohltätigen Organisation beantragen musste. "Warum müssen wir immer als Bittsteller auftreten, wenn es um die Zukunft unserer Kinder, unserer Gesellschaft geht?", fragte sich der Findorffer und prophezeite: "Ich kann Ihnen garantieren, dass wir Eltern das nicht mehr lange stillschweigend hinnehmen."
Der Elternbeirat der Schule hat nun einen offenen Brief an Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper gerichtet, in dem die Senatorin "dringend" gebeten wird, "für eine Verbesserung der baulichen Missstände zu sorgen, um den Mindestansprüchen einer Modellschule für die Ganztagsbetreuung zu genügen." Die Unzufriedenheit an der Schule ist bereits an verantwortlichen Stellen angekommen. Immobilien Bremen plane für Anfang Februar einen Besuch an der Schule, kündigte Heidrun Kampe, Vertreterin des Bildungsressorts, an.
Als durchweg positiv erlebe die Schule dagegen ihre "VGS-Plus", bei der ein Teil der Grundschulkinder verbindlich von 13 bis 16 Uhr an der Schule betreut werden, berichtete Schulleiterin Jantje Mehlhop. Sie lobte ausdrücklich die Unterstützung der senatorischen Behörde, die das neue Schulmodell in vieler Hinsicht gut ausgestattet habe. Mittlerweile habe sich "herumgesprochen, dass es ein attraktives Angebot ist", wie die Nachfrage belege: Schon seit Schuljahresbeginn warteten 16 Mädchen und Jungen der Schule auf einen der begrenzten Plätze, und für das kommende Schuljahr hätten bereits über dreißig Eltern künftiger Erstklässler ihr Interesse angemeldet.
Rechnen können sie bislang nur mit den zehn Plätzen, die von den Viertklässlern der Schule freigemacht werden. Auf rund 120 Plätze schätzte Elternvertreterin Sandra Wächter den realen Bedarf. Den wachsenden Bedarf könne die Schule auf Dauer nie stillen, urteilte Ausschussmitglied Katharina Krieger. Sie befürwortete den politischen Willen zur Ganztagsbetreuung, doch es sei klar: "Diese Schule kann niemals eine Ganztagsschule für 260 Kinder sein." Ihre logische Konsequenz angesichts "steigender Kinderzahlen in einem wachsenden Stadtteil" wurde auch von Ausschusskollege Carsten Cramm (Grüne) bestätigt: "Wir müssen uns mit der Frage beschäftigen, ob Findorff eine vierte Grundschule braucht."
Ein Plädoyer für die Bedeutung der Horteinrichtungen hielten Vertreterinnen des Horthauses Dresdner Straße und der fif-Horte an der Herbst- und Regensburger Straße. Dass die Einführung der offenen Ganztagsschulen in der Stadt an Hortschließungen gekoppelt werden solle, habe in den Einrichtungen große Besorgnis ausgelöst, berichtete Christiane Wolter-Heinemann, stellvertretende Leiterin der Kita Leipziger Straße. Auch wenn Findorff zunächst noch nicht auf der Liste der zu schließenden Horte auftauche, herrsche Angst. "Wir bekommen keine Informationen", so die Hortvertreterin. Der Ausschuss verständigte sich darauf, die Sorgen der Eltern und Fachkräfte des Stadtteils auf die Tagesordnung der Beiratssitzung am kommenden Mittwoch zu setzen.



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