| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Sorgfältig gerahmt und an den sichtbarsten Stellen des Hauses präsentieren sich mehr als ein Dutzend völlig unterschiedlicher Bilder: In wunderschönen Farben, Stilrichtungen zwischen einfachen grafischen Mustern, komplizierten abstrakten Kompositionen und Gegenständlichkeit. Sie sind so verschieden und phantasievoll wie die sieben beteiligten Künstlerinnen und Künstler selbst. Darunter zum Beispiel Maren Bolte aus der Bremer Neustadt und ihre aufs Wesentliche reduzierte Landschaft: mit grüner Wiese, leuchtendem Himmel und den Farben eines frischen Frühlingsmorgens. Oder Manuel Kumar, der aus der Bremer Innenstadt kommt und sich einen rätselhaften Kosmos in tiefen Blautönen erdachte.
Am Beispiel des Fußballfeldes aus der Vogelperspektive, das sich der Findorffer Aladdin Detlefsen zum Motiv gewählt hatte, erläuterte Kursleiter Siko Ortner, wie außergewöhnlich solche Werke sind. Einfach nur spontan lossprayen: So könnte solche Graffiti-Kunst nämlich nicht entstehen. Von der Bildidee bis zum fertigen Werk sind bei den Arbeiten der "Stencil Art" mehrere Arbeitsschritte nötig, die im Voraus im Detail geplant sein müssen. Grundlage der Bildelemente sind die selbst entworfenen und produzierten "Stencils" - zu deutsch: Schablonen. Je detailreicher die Darstellung werden soll, desto komplizierter und zeitintensiver ist ihre Umsetzung. "Eine durchaus anspruchsvolle und komplexe Kunstform", weiß der Bremer Graffiti-Künstler und Dozent. Dass dabei solch völlig unterschiedliche Werke entstanden sind, sei allein der Phantasie der Künstler zu verdanken, betonte Siko Ortner: Er "bestehe darauf", dass er dabei keinerlei Vorgaben gemacht habe.
Seit zwei Jahren bietet Siko Ortner seine Graffiti-Kurse im Nahbei an - ehrenamtlich, wie Nahbei-Leiter Simon Brukner betonte. Und die Ausstellungsbesucher können sich nun mit eigenen Augen davon überzeugen: In einer solchen Form kann Graffiti-Kunst auf jeden Fall mit Wohlwollen betrachtet werden.
Die Ausstellung kann noch bis Ende Februar besucht werden, der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten des Nahbei, Findorffstraße 108, sind an allen Werktagen von 10 bis 16 Uhr. Weitere Informationen über die Angebote und Veranstaltungen des Nahbei gibt es im Internet unter der Adresse www.martinsclub.de.



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