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Doch ab jetzt wird das Falschfahren nicht mehr nur mit einer Ermahnung geahndet. Wer erwischt wird, soll nun im Sinne der Verkehrssicherheit auch zur Kasse gebeten werden.
Es ist ein ruhiger Vormittag. Dennoch rufen Revierleiter Uwe Grote und seine Kollegen an der Hemmstraßenkreuzung im Minutentakt Fahrradfahrer von ihren Rädern. Die Polizisten sind an den vier Ecken der Kreuzung von weitem als solche zu erkennen. Trotzdem radeln einige Zeitgenossen seelenruhig auf der falschen Straßenseite oder auf dem Gehweg.
"Ich wollte doch nur mal eben das kurze Stück zur Sparkasse" - solche oder ähnliche Ausreden hören die Beamten regelmäßig. "Komisch: Mit dem Auto käme keiner auf die Idee, auf der Gegenfahrbahn oder über eine rote Ampel zu fahren", merkt der Revierleiter an. "Aber auf dem Rad denken sich die Leute nichts dabei", wundert er sich. Es sei auch nicht so, dass die Polizisten irgendeinem der Delinquenten einen Vortrag halten müsste, sagt Kontaktpolizist Peter Kruth. "Die Leute wissen selbst ganz genau, was sie falsch gemacht haben, und sind meistens freundlich und einsichtig."
Die Polizisten haben diesen praktischen Kurs in Verkehrserziehung gewählt, weil sich im Revier die Beschwerden über rücksichtsloses und riskantes Verhalten von Fahrradfahrern häufen, erklärt der Revierleiter. "Vor allem ältere Menschen und Mütter kleinerer Kinder beklagen sich häufig über Fahrradfahrer, die Fußwege als ihr Revier betrachten."
Typische Falschfahrer seien in sämtlichen Altersgruppen zu finden. Doch besonders unverständlich findet Uwe Grote, wenn junge Eltern mit Kindersitzen oder -anhängern verkehrswidrig unterwegs sind. "Wir geben uns sehr viel Mühe mit der Verkehrserziehung der Kinder - da sollten die Eltern bessere Vorbilder sein."
Aus übertriebener Pingeligkeit haben die Augen des Gesetzes die Radfahrer nicht im Blick. Vor allem gehe es ihnen um die Vermeidung von Gefahrensituationen, besonders an den neuralgischen Punkten des Stadtteils, sagt Uwe Grote. Der Bereich um die Hemmstraßenkreuzung gehört dazu, wo die meisten Autos, Fahrräder und Fußgänger des Stadtteils aufeinandertreffen, die Kreuzung Admiralstraße, die Regensburger Straße besonders zu Schulbeginn und -schluss sowie der Findorfftunnel. Auf diese Bereiche werden die Findorffer Polizisten in den kommenden Wochen ihr besonderes Augenmerk richten.
Mit einer guten Ausrede kommen Falschfahrer dann nicht mehr davon. Das müsste durchaus in deren Eigeninteresse sein, findet der Revierleiter: "Wir alle wollen doch nur verhindern, dass etwas Schlimmes passiert."



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