Kurz vor Weihnachten nämlich hatten die Kleingärtner vom Schreberweg aus der Zeitung von einer Beiratssitzung erfahren, während der öffentlich überlegt wurde, für die neue Oberschule Ohlenhof Parzellenfläche am Mählandsweg zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich um Gärten am Hauschildweg, Schreberweg, Bielefeldweg, Kaisenbergweg und Pauliweg.
6000 Quadratmeter des 14000-Quadratmeter-Areals, schildert Rolf Heide, Vorsitzender der Kleingärtner-Interessengemeinschaft Gröpelingen-Oslebshausen, seien ohnehin frei, denn nur noch 26 der 36 Gärten dort würden noch bewirtschaftet.
Ob und welche Gärten gebraucht werden und ob das sozialverträglich geht, wird aktuell ermittelt. Bei einem Treffen Anfang Januar hatte Heide vorab im Verein Morgenland - zu dem auch der Schreberweg gehört - dafür geworben, die Flächen am Mählandsweg zu räumen. 85 bis 90 Prozent der Gartenfreunde fänden das Angebot gut, ihre Gärten gegen eine finanzielle Entschädigung aufzugeben, sagt er. Nicht so allerdings die Kleingärtner vom Schreberweg. Sie stellten bei dem Treffen sofort unmissverständlich klar: "Wir wollen nicht verkaufen!"
"Schule muss sein, da geht kein Weg umzu", betont Jonny Schlawin. Er und seine Parzellennachbarn fühlen sich jedoch schlecht informiert und glauben sogar, der Verein wolle sie loswerden: "Wir sind stinkvergrellt, weil ohne eine Information über unseren Kopf hinweg entschieden wurde."
Man habe versäumt, sie zu der Beiratssitzung einzuladen, monieren sie, und: Die anderen Parzellisten sollten mit unrealistischen Versprechungen mehr oder weniger überredet werden, ihre Gärten aufzugeben. "Ich habe das Gefühl, dass auch der größte Teil der Anwohner gar nicht informiert wurde - etwa die Anwohner im Halmerweg", ergänzt Beiratsmitglied Torsten Vagts (CDU).
Immerhin ein kleiner Hoffnungsschimmer ist womöglich doch in Sicht: Bei einer ersten Ortsbegehung wurde vor allem das Areal am Hauschildweg unmittelbar hinter der Grundschule am Halmerweg als interessant für den Schulneubau bewertet. Damit wären Schreberweg, Bielefeldweg, Kaisenbergweg und Pauliweg aus dem Schneider. Aber: "Es ist noch nichts definitiv entschieden - im Ortsamt wissen wir jedenfalls noch nichts davon", betont Ulrike Pala, die im Ortsamt für Gröpelingen verantwortliche Stadtteilsachgebietsleiterin.


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