Bildungsausschuss nimmt bauliche Entwicklung der Schule an der Fischerhuder Straße kritisch unter die Lupe

 - 30.01.2012

Neubau der Mensa ab September geplant

Von Anne Gerling
Die Schule an der Fischerhuder Straße wartet seit Jahren auf eine Grundsanierung. Nebenan hätte dieses Jahr außerdem ein neues Mensagebäude inklusive Quartiersbildungszentrum stehen sollen. Getan hat sich aber noch nichts. Deshalb haben jetzt die Gröpelinger Ortspolitiker beim Bildungsressort nachgehakt und sich nach den weiteren Planungen erkundigt.

Gröpelingen. Wird unsere Schule nun womöglich doch nicht grundsaniert? Und falls doch, wann? Diese Fragen beschäftigen schon seit längerem Schüler, Eltern und Kollegium in der Schule an der Fischerhuder Straße. Nun hat sich auch der Fachausschuss "Bildung, Kultur, Integration und Sport" des Gröpelinger Stadtteilbeirats des Themas angenommen.

Seit längerem schon wird die Schule, die voriges Jahr 100 Jahre alt wurde, umgebaut. Geplant ist, die beiden großen Gebäudeteile baulich besser miteinander zu verbinden. Außerdem soll das Gebäude komplett innen und außen modernisiert werden und ein neues Gesicht zur Morgenlandstraße hin und einen zentralen Eingangsbereich bekommen. Und durch entsprechende Umbaumaßnahmen sollen die Klassen eines Jahrgangs auf Jahrgangsfluren zu pädagogischen und räumlichen Einheiten zusammengefasst werden.

Das Kernproblem ist nicht gelöst

Doch von all dem ist die Schule noch weit entfernt. Immerhin: Die Brandschutzsanierung ist fast abgeschlossen, und zwei der insgesamt vier geplanten neuen Jahrgangsflure mit Verbindungsräumen zwischen den Klassenzimmern gibt es mittlerweile auch. Damit ist das Kernproblem der Schule aber längst nicht gelöst - sie wartet nämlich seit Jahren auf eine Grundsanierung, die wegen knapper Mittel immer wieder aufgeschoben wird.

Wieso die Baumaßnahmen an der Schule nur schleppend voranschreiten, erklärt die im Bildungsressort für das Referat Liegenschaften verantwortliche Anne Lüking damit, dass das Geld aus zwei Töpfen kommt: Umgebaut werde mit Mitteln für "nutzerspezifische Maßnahmen", für die in diesem Jahr deutlich weniger als zuvor zur Verfügung stehe, während die Instandhaltung aus dem Sanierungsbudget stamme, das für Gröpelingen nicht gekürzt wurde. "Wir wollen uns erst einmal einen Überblick verschaffen und dann zum Sommer umbauen. Es wird aber nicht alles gemacht werden können", so Lüking.

Erst kommt im Sommer der nächste Jahrgangsflur, dann ab Mitte September der Neubau von Mensa und Quartiersbildungszentrum (QBZ) und anschließend ab 2014 die Grundsanierung: So ist Lüking zufolge der angedachte Fahrplan. Nach der Gesamtsanierung werde die Schule dann auch behindertengerecht sein.

Das QBZ hätte eigentlich schon Mitte diesen Jahres fertig sein sollen. Die Verzögerung erklärt Lüking damit, dass die erste Planung dem Bausenator nicht gefallen habe.

Zumindest auf dem Papier aber nimmt das Projekt immer konkretere Formen an: 3,5 Millionen Euro wird der Bau im Passivhausstandard Lüking zufolge insgesamt kosten, den zukünftig ein flacher Zwischenbau an der Morgenlandstraße als Haupteingang mit dem Altbau verbindet. Über dem Erdgeschoss mit der Mensa wird in den ersten Stock das QBZ einziehen - eine neue Plattform, von der aus regionale Bildungsaktivitäten im gesamten Stadtteil mit seinen 35000 Einwohnern koordiniert werden.

"Es soll eine Einrichtung sein, die auf Potenziale zielt", unterstrich Lutz Liffers. Er leitet die räumlich in der Schule an der Fischerhuder Straße beheimatete Projektgruppe "Lernen vor Ort Gröpelingen", die in enger Abstimmung mit den Ressorts und den lokalen Akteuren das QBZ-Konzept entwickelt.

Büros, Tagungsräume und Ateliers sind im QBZ geplant. Das WiN-Management, ein neues Bildungsbüro zur besseren Verzahnung und Unterstützung der Bildungseinrichtungen im Stadtteil und Vertreter der Bildungsbehörde sollen dort angesiedelt werden. Und auch Beratungen durch den Schulpsychologischen Dienst sind dort in Zukunft möglich. "Jemand aus dem Bildungsressort sitzt unter einem Dach mit dem WiN-Management - das ist eine wichtige Achse", unterstreicht Liffers.

Seine Mitarbeiterin Claudia Fortmann ist aktuell dabei, ein Konzept für die aufsuchende Bildungsarbeit zu entwickeln - "also nicht warten, bis jemand kommt, sondern rausgehen". Und zwar, um gezielt Erwachsene im Bereich Weiterbildung und beim Nachholen von Abschlüssen zu motivieren und zu unterstützen. Bis August soll das Konzept stehen, dann wird die dafür vorgesehene Stelle besetzt, die zunächst bis 2014 befristet ist.

Informationen zur Initiative "Lernen vor Ort" und zum QBZ gibt es im Internet unter www.groepelingen-bildet.de.





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