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Überseestadt. Die Vorgaben des Bundes sind klar: Seit es das Bildungs- und Teilhabepaket gibt, haben bedürftige Kinder und Jugendliche einen Anspruch auf soziale und kulturelle Teilhabe. Konkret heißt das unter anderem, dass sie auf Kosten der Jobcenter oder Sozialämter Mitglieder in Vereinen werden können. Darüber, was das für die Vereine bedeutet, haben die Funktionäre auf der Mitgliederversammlung der Bremer Sportjugend (BSJ) gesprochen. Die Ausgangsfrage lautete: "Das Bildungs- und Teilhabepaket - Eine Chance für den Sport?"
In der lebhaften Diskussion beklagten die Vereinsvertreter den hohen bürokratischen Aufwand, der für die Vereine durch das Bildungs- und Teilhabepaket entsteht. Das Verfahren in der Stadt sei einfach zu aufwendig, sagte Heike Kretschmann vom TuS Huchting als Sprecherin von sieben großen Vereinen. Sie seien damit auf Dauer überfordert und auch nicht mehr bereit, diese Arbeit zu leisten. Es zeigte sich, dass die Praxis in Bremen deutlich komplizierter ist, als die in Bremerhaven. Nachdem Michael Schwarz, der Leiter des Landesjugendamts Bremen, die Rahmenbedingungen skizziert hatte, ging es um die Praxis im Land Bremen. Astrid Henriksen, Leiterin des Sozialamts Bremerhaven, erklärte, dass in der Seestadt Gutscheine an die Eltern ausgegeben werden, die für Aktivitäten wie Nachhilfeunterricht, Vereinssport oder Musikunterricht genutzt werden können. Der jeweilige Anbieter, zum Beispiel ein Sportverein, rechne dann mit dem Sozialamt ab.
In der Stadtgemeinde Bremen dagegen, erklärte Schwarz, müssen die Vereine zunächst den Eltern die Leistung bestätigen, die dann damit zum Amt gehen können. Um Kindern und Jugendlichen diese Förderung zu ermöglichen, müssen sich die Sportvereine auf eine Anbieterliste setzen lassen. Mit deren Zustimmung werden sie auf den Internetseiten der Sozialsenatorin veröffentlicht, damit sich interessierte Kinder, Jugendliche und deren Familien über Anbieter informieren können.
Die Rückmeldung der Bremerhavener fiel deutlich positiver aus als die der Stadtbremer. Schwarz räumte ein, dass verständlichere Informationen notwendig seien. In einem Beschluss zum künftigen Umgang mit dem Bildungs- und Teilhabepaket formulierte der Jugendtag seine Forderungen. Darin heißt es, dass es keinen wesentlichen zusätzlichen Verwaltungsaufwand verursachen dürfe, die Bildungsgutscheine zu bearbeiten. "Der Zahlungsverkehr ist zeitnah und langfristig vorzunehmen."
Verwaltung vereinfachen
Gleichzeitig machen sie einen Vorschlag, wie die Verwaltung fortan ablaufen könnte: Antragsteller sollten dem Sportverein beitreten und somit wie alle anderen Mitglieder behandelt werden. Die Jobcenter oder Sozialzentren erhalten danach eine Kopie der Mitgliedsbescheinigung. Anschließend sollen die Jobcenter eine Kopie der Bewilligung an den Sportverein senden und die Mitgliedsbeiträge innerhalb von vier Wochen für mindestens sechs Monate überweisen.
Mareike Sander stellte sich in der Versammlung als neue Jugendsekretärin der BSJ vor. Sie ist die Nachfolgerin von Silke Hinkens. Herzlich von den Delegierten verabschiedet wurde Daniela Maaß, die bisherige Beauftragte für das Freiwillige Soziale Jahr und für die Jugendpolitik. Sie zieht es nach Indien. Der BSJ-Vorsitzende Christian Droste konnte auch Ehrengäste begrüßen, die LSB-Präsidiumsmitglieder Detlev Busche, Waltraud Ehrhardt, Barbara Tülp und Bernd Zimehl, Karl Vennegeerts, Geschäftsführer des Lidice-Hauses, Karl-Heinz Steinmann von der Niedersächsischen Sportjugend und Petra Krümpfer, sportpolitische Sprecherin der SPD.



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