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1987 kauft er sich seine erste Sofort-Bild-Kamera und fotografiert zum Spaß Freunde, Landschaften und Urlaubserlebnisse. Jahre später beschloss er, sich auch künstlerisch mit den Aufnahmen auseinander zu setzen. "Ich wollte wissen: Was geht mit den Dingern?" beschreibt er seine Intention. Und so begann er zunächst die Bilder manuell zu bearbeiten. "Ein Polaroid braucht etwa zwei Minuten, um sich zu entwickeln", erklärt er. Diese kurze Zeit nutzte der Künstler, um beispielsweise mit einem Feuerzeug über das unfertige Bild zu reiben. Ein anderes Mal schlug er von hinten auf das Polaroid. Daraufhin entstanden interessante Effekte, die die Strukturen der Bilder verändert haben. Das berühmte Schütteln der unfertigen Bilder, wie man es aus Filmen kennt, sei übrigens Quatsch, verrät Rippl, das helfe nicht beim Entwickeln. Die bearbeiteten Bilder hat er an seinem Computer eingescannt und erneut vom Monitor abfotografiert. Für die Ausstellung wurden sie in einem größeren Format auf hochwertige
Aluminium-Platten gedruckt.
Ausschnitte aus alten Aufnahmen
Auch Urlaubsbilder scannte Rippl ein und betrachtete diese am Bildschirm genauer. "So konnte ich mir die Bilder nochmal in Ruhe vornehmen", erklärt er. Meist haben ihn dann kleine Ausschnitte fasziniert, die er dann vergrößerte und ebenfalls vom Monitor abfotografierte. So entstand beispielsweise die Aufnahme "Thaiboot". Das Schiff ist ein winziger Ausschnitt eines 20 Jahre alten Urlaubsbildes, den er beim Betrachten am Computer entdeckte.
Andere Aufnahmen, die in der Ausstellung zu sehen sind, sind direkt vom Fernseher abfotografiert. So sind auch viele bekannte Gesichter wie beispielsweise der ehemalige schwedische Nationalspieler Marcus Allbäck und der amerikanische Sänger und Schauspieler Tom Waits zu sehen.
Mittlerweile hat die Firma Polaroid die Produktion der Sofort-Bilder eingestellt. Lediglich Restbestände können noch im Internet ersteigert werden. Eine andere Firma versucht gerade, die geheime Formel der Entwicklerpaste von Polaroid zu entschlüsseln und neue Sofortfilme zu produzieren. Bisher ist dies aber noch nicht geglückt.
Für Michael Rippls Kunst kann es erstmal trotzdem weitergehen. "Ich habe eine eiserne Reserve im Kühlschrank", verrät er. Und auch die mittlerweile abgelaufenen Filme haben für ihn noch Potential. "Manchmal ergeben sich gerade dadurch interessante Effekte, zum Beispiel wenn die Farben nicht mehr so kräftig sind", erklärt er.
Die Ausstellung "Polaroids - Bilder von Bildern" ist noch bis zum 14. Februar in den Räumlichkeiten des Restaurants "Zum Lichthaus", Hermann-Prüser-Straße 4, zu sehen.



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