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Überseestadt. Egal, welche Ebene, welcher Raum oder welcher Winkel in irgendeinem der schier endlosen Flure - in dieser Woche bot sich überall in der Hochschule für Künste (HfK) im Speicher XI prinzipiell dasselbe Bild: Kleine Grüppchen von Studentinnen und Studenten stecken über einem Notebook die Köpfe zusammen.
Tag und Nacht haben sie daran gearbeitet, dass Besucher der Hochschultage am Wochenende viel zu sehen bekommen und die vier Disziplinen Kunst, Design, Medien und Musik zusammenfinden. Und das ist eine echte Herkulesaufgabe.
"Hochschultage sind immer der Super-Gau. Es ist toll, was die Leute leisten und was an Dynamik entsteht", sagt Annika Tritschler. Und Benedikt Jährling erzählt: "Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich vor 22 Uhr nach Hause gekommen bin. Aber es ist toll - die Hochschultage sind der Zeitraum, wo alles ineinander greift."
Ein besonderer Schwerpunkt ist in diesem Jahr Mode. Am Sonnabend, 11. Februar, ab 21.30 Uhr wollen die Studierenden unter dem Motto "In Between" in einer Inszenierung im BLG-Forum Mode, Medien und Musik in einen Dialog miteinander treten lassen. Rund 1500 Quadratmeter der alten Industriehalle sind zu bespielen. Seit Oktober feilt eine Gruppe am Raumkonzept. "Wir haben sehr lange daran gesessen, unter welchem Thema wir alle Arbeiten zusammenstellen, sodass sie gleichberechtigt präsentiert werden", sagen Jonas Otto und Nadine Rother aus dem Studiengang Integriertes Design. Die beiden Viertelbewohner haben genau festgelegt, in welchem Rhythmus die 148 Outfits aus Kategorien wie "Gentlemanclub", "Chic Chic", "Geometric Clash" oder "Untragbar" vorgeführt werden sollen. Gezeigt wird Mode für Männer und Frauen. Dieses Mal mussten mehr männliche Models engagiert werden, weil der Kurs "Der schöne Mann" besonders viel Mode für Männer entworfen hat - ein professionell gemachter
Katalog vermittelt einen Eindruck davon.
Choreografische Herausforderung
Über Bühnenbild, Laufwege, Beleuchtung und Sitzgelegenheiten haben sich die Studenten intensiv Gedanken gemacht. "Wir haben bewegliche Installationen und die Laufstegsituation ist immer eine andere - es ist nie derselbe Weg. Das ist eine besondere choreografische Herausforderung und auch eine wahnsinnige Herausforderung ans Licht", sagt Annika Tritschler. In der Nähwerkstatt sind Studenten aus demselben Studiengang mit den letzten Feinheiten beschäftigt. Darunter auch Michael Court, der beim European Fashion Award 2010 den ersten Platz belegt hat. Er drapiert gerade ein schwarzes Etwas aus Streifen eines beschichteten Stoffes auf eine Schneiderpuppe. "Das hier ist ein Kleid für einmal - und danach is vorbei", lautet sein Kommentar zu seiner Kreation aus dem "Untragbar"-Kursus.
Eigens für die bevorstehenden Hochschultage haben Benedikt Jährling und einige seiner Kommilitonen aus dem Studiengang Integriertes Design an der Kommunikationsstrategie gearbeitet und eine Internetpräsenz entwickelt. Wer auf der Website nach unten scrollt, wird an einem menschlichen Körper entlang durch die Ebenen der Hochschule geführt. "Wir hatten so etwas vorher noch nie gemacht und haben die Seite von der Grundidee an selbst entwickelt und umgesetzt - in einem freiwilligen Kurs nebenher", sagt Jährling und wendet sich schnell wieder der nächsten Aufgabe zu: einem Leitsystem, das die Hochschultagsbesucher von der Haltestelle "Waller Stieg" der Straßenbahnlinie 3 zum Speicher XI führt.
Hochschultage im Speicher XI und dem BLG-Forum: Sonnabend, 11. Februar, 14 Uhr, Eröffnung, Ernennung von Klaus Hübotter zum Ehrensenator der HfK, Verleihung der Hochschulpreise, 19 Uhr Konzert der Preisträger des HfK-Musikpreises, 21.30 Uhr: "In Between"; Sonntag, 12. Feburar, 14 Uhr, Jazz-Konzert der HfK-Bigband, 15 Uhr Szenen aus der "Zauberflöte", 18.30 Uhr Konzert "Das Alte im Neuen". Die Website heißt http://hochschultage2012.hfk-bremen.de.



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