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Hemelingen. Der Große Karnevalsverein wurde 1964 unweit des Bürgerhauses im Hemelinger Bahnhofshotel gegründet. Die heutige Präsidentin, Karin Hutwalker aus Hemelingen, ist seit 1979 Mitglied des Vereins und obwohl sie einige Jahre auf Helgoland gelebt hat, war sie jedes Jahr beim Freimarktsumzug mit dabei. Karin Hutwalker wurde zwei Mal zur Karnevalsprinzessin gewählt.
Das gute Aussehen ist für diesen Titel nur halb so wichtig, wie das Interesse und der Einsatz für den Karnevalsverein. Wenn Karin Hutwalker nicht ihren Gardehut aufhätte würde sie, mit ihrer roten Fliege und dem weißen Jackett, fast etwas unscheinbar neben Bajo Jansen aus der Bahnhofsvorstadt wirken. Er ist der Prinz des Vereins, trägt einen langen roten Samtumhang mit Borte und die winzigen Glöckchen auf seiner Kopfbedeckung klingeln bei jeder Bewegung. Zu den Aufgaben des Prinzen gehört die Eröffnungsrede am elften November und heute wählt er zusammen mit der Ehrenpräsidentin Hella Keller und Präsidentin Karin Hutwalker das beste Kostüm der Zuschauer. "Das Originellste gewinnt", so viel kann die Präsidentin schon mal verraten.
Mathilde Schierenbrock und Thea Toschka aus Hemelingen haben ihr Kostüm passend zu den Farben des Karnevalsvereins gewählt: Sie tragen beide rote Hüte aus Samt mit weißen Federn. "Wir sind ja echte Hemelinger und da müssen wir den Karneval hier auch mitmachen", meint die 86-Jährige Thea Toschka. Zusammen mit ihrer Schwester Mathilde geht sie auch jedes Jahr zum Karneval in Arbergen.
Die Tanzgruppe der Funkemariechen eröffnet das Programm des Faschingstanztees. Die 13-Jährige Anna und die zwölfjährige Celina aus Oberneuland tanzen in ihren rot-weißen Gardekostümen mit sechs weiteren Mädchen. Die Funkenmariechen verbinden Tanz mit akrobatischen Einlagen, sie schwingen ihre Beine so hoch, dass Heike Wolf vom Verein buchstäblich grün vor Neid wird. Ihre ungesunde Gesichtsfarbe hängt dann aber doch eher mit ihrem Kostüm zusammen: Sie ist ein Wesen aus einer fremden Galaxie und trägt einen silbernen Paillettenanzug mit Fühlern. Wäre sie nicht Mitglied des Vereins, hätte sie sicher gute Chancen bei der Wahl des besten Kostüms. Doch Heike Wolf hält lieber als kleiner grüner Mann eine Büttenrede und den Preis für das schönste Kostüm gewinnt ein Herr, der als Mexikaner verkleidet war, mit Poncho und Sombrero.
Heike Wolf berichtet in ihrer Büttenrede als kleiner grüner Mann aus dem All von ihrem Unfall mit der Enterprise und den Attacken der US-Kampfflugjets, die haben sie über dem Atlantik abgeschossen: "Halb benommen bin ich dann in Deutschland angekommen und gleich zum Amt um mich anzumelden". Da ihm aber die deutsche Bürokratie zu kompliziert ist, hat er sein Raumschiff wieder flott gemacht. "Und wenn ich euch dann vom Weltraum zuschau, ruf ich laut 'Bremen ahoi'", beendet das grüne Männchen aus dem All seine Büttenrede mit dem traditionellen Schlachtruf des Karnevalsvereins



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