Universität und Schule

 - 31.08.2009

Lasertechnik weckt Interesse der Schüler

Von Andreas Becker
Horn-Lehe. Interesse und Begeisterung für Technik zu wecken, das ist der Sinn des Projekts „Mikromal“, das Schüler und Wissenschaftler zusammenbringt. Erstmals konnte die Klasse 6F des Schulzentrums Rockwinkel jetzt Mitarbeitern des Sonderforschungsbereichs Mikrokaltumformen an der Uni Bremen über die Schulter blicken und selbst Hand anlegen.
Ohne Schutzbrille läuft nichts im Laser-Labor: Andreas Stephan vom Institut für angewandte Strahltechnik mit Thore (12) und Mathilda (11) vom Schulzentrum Rockwinkel.
Ohne Schutzbrille läuft nichts im Laser-Labor: Andreas Stephan vom Institut für angewandte Strahltechnik mit Thore (12) und Mathilda (11) vom Schulzentrum Rockwinkel.

Für Physiklehrerin Karolin Preusser-Mellert ist wichtig, dass die Schüler die praktische Seite der Wissenschaft kennenlernen. In den Labors werden die Voraussetzungen für den Bau von Mikrobauteilen erforscht. „Ergebnisse unserer Entwicklungen kann man etwa in Handys sehen. Allerdings teilweise nur mit der Lupe“, sagt Maya Schulte, die das Projekt für die Uni koordiniert.

Ganz so winzig sind die ovalen Schlüsselanhänger zwar nicht, die die Schüler an diesem Tag mit nach Hause nehmen sollen. Aber das Herstellungsprinzip ist das gleiche. „Zuerst wird im Computer per CAD eine Zeichnung des Gegenstandes erstellt. Dann wird für jede Form ein spezielles Programm geschrieben“, erklärt Ingenieur Oltmann Riemer den Arbeitsprozess.

Damit sich jeder Schüler über ein individuelles Andenken freuen kann, wird der Anhänger nicht nur aus einer rechteckigen Alu-Platte gefräst, sondern auch mit dem Namen des Schülers versehen.

Anhänger mit Namen

„Mechanische Zerspanung“ nennen die Wissenschaftler den Vorgang, bei dem eine winzige Fräse aus Hartmetall computergesteuert das Material bearbeitet. Der nächste Schlüsselanhänger hat bereits seine ovale Form. Jetzt muss noch der Name graviert werden.

Nachdem Christian Rösner vom Labor für Mikrozerspanung das Werkstück in der Maschine eingespannt und die Glastür geschlossen hat, tippt Fabian (12) auf einer Tastatur seinen Namen ein. Ein paar Befehle, dann kann der Schüler den Startknopf drücken.

Hinter der Glastür beginnt es wild zu sprudeln, und eine Mischung aus Wasser und einem Spezialöl ergießt sich zur Kühlung über das Werkstück. Dann senkt sich von oben die Fräse, das Wasser spritzt, und nach ein paar Sekunden ist die Arbeit getan.

Selbst Hand angelegt

Rösner bläst mit Druckluft den Anhänger sauber und holt ihn aus der Maschine. „Fabian“ ist deutlich zu lesen. Nun muss der Zwölfjährige nur noch die Kanten glätten, dabei hilft ihm allerdings nur Schleifpapier und keine Maschine.

„Die Kinder sollen durch das Projekt die Chance haben, hinter die Kulissen der Forschung zu blicken“, erläutert Maya Schulte. Dabei versuche man, die realen Probleme bei der Entwicklung der Mikrobearbeitung deutlich zu machen. Ein willkommener Nebeneffekt, die Schüler für Technik zu begeistern. Zumindest an diesem Tag mit Erfolg: Fabian und Tea finden die Arbeit im Labor „sehr interessant“.

Geld vom Stifterverband

Für die Finanzierung des Projekts muss die Schule nicht alleine aufkommen. Der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft hat es mit 5000 Euro bezuschusst. Unter anderem wurde davon eine Videoausrüstung angeschafft, um den technischen Fortschritt zu dokumentieren.



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