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Horn-Lehe. "Er hat sich auf keine bestimmte Stilrichtung festgelegt, sondern malt alles - je nach Lust und Laune": Das sagte Margret Kriete über ihren Ehemann während der Vernissage für die Ausstellung "Tierisches und mehr" in der Stiftungsresidenz Riensberg. Sie war es auch, die die Kreativität des einstigen Rennradsportlers Rolf Kriete geweckt hatte. Während einer dreimonatigen Arbeitsunfähigkeit schenkte sie ihm Aquarellfarben und einen Zeichenblock zum Geburtstag. "Und heute hängt unser Haus voller Bilder", sagte sie.
Wenn Rolf Kriete eine Idee hat oder sich von irgendeiner Entdeckung inspiriert fühlt, greift er nicht unbedingt gleich zum Pinsel. Er experimentiert gerne, und so malt er viele seiner Bilder mit einer einfachen Malerrolle aus Schaumstoff. Eine Technik, mit der er seinen eigenen Stil gefunden hat. Spachteln, Farbauftrag und wieder Abwaschen der Farbe. Das ist sein Geheimnis für den Hintergrund auf der Leinwand.
Charakteristisch für seine Bilder ist das harmonische Zusammenspiel von Hintergrund und Motiv. Kriete erklärte den beeindruckten Besuchern, wie er seine Schaumstoffrolle zum Beispiel bei der malerischen Gestaltung einzelner Buchseiten einsetzt.
Erste Erfahrungen mit der Malerei machte Rolf Kriete in diversen Kursen bei der Worpsweder Künstlerin Sabine Böhme. "Er war immer sehr wissbegierig, malte sehr schnell und hat die besondere Gabe, ein Motiv spontan umzusetzen ohne lange zu zögern", erzählte Böhme.
Auch heute ist Kriete noch offen für neue Techniken. So wird auch mal eben eine alte Jeans zerschnitten, um daraus eine Collage mit Stadtmusikanten zu machen. Er griff zu alten Seekarten, um sie als Hintergrund für eine Segelregatta auf die Leinwand zu kleben. Oder ein alter Computer wurde entkernt, um Teile daraus für die Collage "Ein Außerirdischer" zu verwenden. Für den Kunstverein Osterholz-Scharmbeck leitet Rolf Kriete auf dem Gut Sandbeck die Ferienwerkstatt "Malen an der Staffelei für Kinder von acht bis zwölf Jahren". Außerdem nimmt er seit einigen Jahren an der "Open Air Galerie" in Worpswede teil und demonstriert dort das Malen mit der Rolle vor Ort.
Ob die Bremer Stadtmusikanten, eine Kuh mit Strohhut, ein Schaf mit Baseballkäppi oder die drei neugierig blickenden Strauße - seine Tiere haben oft etwas Schelmisches in ihrem Gesichtsausdruck. Seine Collagen, Tierbilder und Landschaften, gemalt mit Acryl und Gouache, beeindrucken durch intensive, harmonische Farbkompositionen und ausdrucksstarke Motive. "Ich muss immer wieder das Kamel ansehen", sagte eine Seniorin des Hauses. Es lache sie so schön an, und darum habe sie so gute Laune.
Zu sehen sind die Bilder noch bis zum 18. März in der Stiftungsresidenz Riensberg, Riekestraße 2.



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