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Der Standort der Abschlussklassen mit je etwa sechs geistig oder schwer mehrfach behinderte Jugendlichen ist beim Gymnasium Horn am Vorkampsweg. Im Gegensatz zu anderen Schulen gibt es hier noch keine Inklusion, also gemeinsamen Unterricht für Behinderte und Nichtbehinderte; längerfristig ist das jedoch geplant.
Das rund 50 Seiten starke "Rhododendron-Blatt" hat stets ein Schwerpunktthema, in der neuen Ausgabe ist es das "Sich einmischen". Daneben will das Team aber auch mit anderen Themen überraschen. Die 16 bis 19 Jahre alten Redaktionsmitglieder erarbeiten unter Anleitung von Lehrer Michael Haag und weiteren Betreuern die Beiträge gemeinsam oder bringen einzeln Ideen für Artikel ein.
Wie arbeiten eigentlich andere Medienmacher? Höchst interessant verlief für das Team der Schülerzeitung unlängst ein Besuch bei Radio Bremen. Die Jugendliche aus den 11. und 12. Klassen , die von ihren Lehrern und Betreuern begleitet wurden, konnten bei einer Führung durch das Funkhaus den Profis von von Hörfunk und Fernsehen bei der Arbeit zuschauen. Bei dem Besuch wollten sie sich auch darüber informieren, welche Berufe es dort gibt. Daraus sind mehrere Artikel und viele Fotos für die Schülerzeitung entstanden. Weil nicht alle behinderten Schüler lesen oder schreiben können, sind Bilder für sie besonders wichtig. Rundum begeistert hat die Schüler der Besuch in der Redaktion von Bremen Vier, wo sie den Moderatoren Malte Jansen und Daniela Sadri durch ein Studiofenster zuschauen konnten. Auch den Einblick ins Fernsehstudio, in dem die Nachrichten und das Magazin von "Buten un binnen" produziert werden, fanden die Jugendlichen spannend. Vanessa wollte daraufhin gleich Moderatorin
werden, weil sie dann viele Interviews machen könnte. "Ja, Fragen stellen, das finde ich gut", sagt sie.
Trotz Vanessas großer Begeisterung ist indes die Chance gering, dass ihr Berufswunsch in Erfüllung geht. Nach dem Abschluss der 12. Klasse wechseln die meisten der Jugendlichen von der Schule am Rhododendronpark in die Werkstätten der Behinderteneinrichtung Martinshof. Nur für wenige von ihnen kommt eine reguläre Ausbildung in Frage. Die Zwillinge Mesut und Murat wünschen sich eine solche Ausbildung: "Wir möchten ins Büro, weil wir so gerne mit dem Computer arbeiten."
Schulprojekte wie die Schülerzeitung und die Schülerfirma sind nach den bisherigen Erfahrungen sehr hilfreich, um die Jugendlichen auf die Zeit nach der Schule vorzubereiten. "Sie müssen lernen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen", betont Lehrer Michael Haag.
Bei der Schülerfirma steht handwerkliches Arbeiten im Mittelpunkt, auch Verkaufsaktionen werden geplant und verwirklicht, wie Lehrerin Bettina Völker berichtet. Gerade der Planungsprozess bringt auch beim Zeitungsprojekt wichtige Lerneffekte mit sich und motiviert die jungen Macher immer wieder neu. Denn Aktionen wie ein Interview mit Bürgermeister Jens Böhrnsen oder Anfragen bei den Ministerpräsidenten, wie sie zum Wahlrecht mit 16 Jahren stehen, müssen gut vorbereitet werden, damit die Ergebnisse rechtzeitig für die nächste Ausgabe vorliegen.
Je nachdem, wie gut die Schüler lesen und schreiben sowie am Computer arbeiten können, setzen sie ihre Fähigkeiten für das "Rhododendron-Blatt" ein. Lehrer Michael Haag findet es beachtlich, was die Schüler in der Redaktion leisten. Bereits mehrere Preise hat die Zeitung gewonnen, auch im renommierten Schülerzeitungswettbewerb des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".Solche Erfolge sind für die Schüler wichtig, denn das spornt an.
Die 19. Ausgabe des Rhododendron-Blatts erscheint in den nächsten Tagen und kann in der Schule für 1,50 Euro erworben werden. Weitere Informationen per E-Mail an die Adresse
postmaster@rhododendron-blatt.de.



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