Die zwölf Teenager aus dem ostwestfälischen Herford waren im Rahmen des Projekts 'Der lange Weg nach Hause' Huchting, Gröpelingen und Tenever unterwegs - am Dienstag in Huchting. Ihren Wohnwagen parkten sie am Sodenmatt-Markt und zogen eine erste Bilanz ihres Aufenthaltes in der Hansestadt.
'Hier in Bremen ist alles viel lebhafter, viel bunter als bei uns', findet etwa der 21-jährige Ümit Akman. Er habe das Gefühl, dass in Bremen sehr viel für die Jugendlichen getan wird. Besonders Tenever habe ihm gut gefallen. 'Das Jugendcafé ist richtig gut eingerichtet', beschreibt der Zivildienstleistende seinen Eindruck. Etwas vergleichbares gebe es nicht in Herford.
Das Projekt 'Der lange Weg nach Hause' ist ein Teil des bundesweiten Forschungsprogramms 'Jugendliche im Stadtquartier'. Unterstützt wird das Projekt vom Herforder Jugend-Migrationsdienst. Ziel ist es, Jugendliche stärker in die Quartiersentwicklung einzubeziehen. Da in Herford demnächst der Stadtplatz umgebaut wird, sollen Heranwachsende an den Planungen teilhaben. 'In der Nutzerbeteiligung haben die Jungen meist die schwächste Position', erklärt der Bremer Landschaftsarchitekt Wolfgang Schramm, der am Umbau in Herford beteiligt ist. Der Ausflug nach Bremen solle den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, ihr Quartier mit anderen zu vergleichen, um so Verbesserungsvorschläge machen zu können.
Vor allem das Jugendcafé beeindruckte
'Bei uns sind die Bolzplätze meistens abgeschlossen', erzählt der 19-jährige Jimmy Akman. Das sei hier in Bremen nicht so. 'Außerdem gibt es hier mehr Möglichkeiten aktiv zu werden.' Auch dem Berufskollegschüler ist besonders das Jugendcafé in Tenever in Erinnerung geblieben. 'Da wird mal den Wünschen der Jugendlichen entsprochen.' Überhaupt sei ihm aufgefallen, dass in Bremen die Jugendlichen viel stärker in soziale Projekte eingebunden würden. 'Bei uns wird viel mehr über unsere Köpfe hinweg entschieden', beschreibt Ümit Akman die Situation in Herford aus seiner Sicht.
Während ihrer Spaziergänge durch die Bremer Quartiere haben die zwölf Herforder ihre Eindrücke mit Digitalkameras festgehalten und Fotobücher angelegt. 'Wir nehmen auf jeden Fall viele Ideen mit', sagt Michael Lindemann vom Herforder Jugend-Migrationsdienst. Zum Beispiel wolle man versuchen, mehr Sportangebote anzubieten.


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