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Huchting. Bei der Bremer Tafel ist immer noch Weihnachtszeit. Schoko-Nikoläuse, Lebkuchen sowie Spekulatius stapeln sich in den Regalen und warten in Huchting auf Abnehmer. "Viele unserer Spender sind große Supermärkte, und die hatten in diesem Jahr offensichtlich zu viel Weihnachtsware gelagert", erklärt der ehrenamtliche Leiter der Huchtinger Ausgabestelle, Andreas Schröder.
Daneben gibt es jedoch auch Herzhaftes: Chili con Carne und Linsensuppe in der Dose, Brot, Backwaren, Clementinen, Wurst-Aufschnitt sowie weitere Lebensmittel stehen bereit. "Wir haben häufig auch saisonales Gemüse und Fertiggerichte im Angebot", sagt Schröder.
Damit sich alle Kunden der Bremer Tafel gleich behandelt fühlen, funktioniert die Ausgabe nach einem ausgeklügelten Nummernsystem. Wer seine Bedürftigkeit nachweisen kann, bekommt eine feste Zahl zugewiesen und eine Art Stundenplan, an den er sich fortan halten sollte. "Damit garantieren wir, dass jeder einmal gleich zu Beginn um 13.30 Uhr zu uns kommen darf." Je 30 Huchtinger sind im Halbstundentakt eingeplant. Als Bezahlung nehmen die Hilfskräfte einen symbolischen Euro entgegen.
180 Menschen haben sich bei der Huchtinger Tafel angemeldet. Darunter sind allein etwa 140 Haushalte mit Kindern, die auf Lebensmittelspenden angewiesen sind. Fast 250 weitere Huchtinger Bedürftige stehen zusätzlich in der Kartei für die zentrale Ausgabestelle der Bremer Tafel in Hemelingen. Der Geschäftsführer der Bremer Tafel, Wilfred Runge, schätzt, dass einige ihren bisherigen Tag der Abholung beibehalten wollten. Doch es sind auch Menschen darunter, die die Huchtinger Ausgabestelle nicht mitversorgen kann. Bereits wenige Wochen nach der Eröffnung musste ein Aufnahmestopp verhängt werden.
"Wir sind an der Luxemburger Straße sehr schnell an unsere logistischen Grenzen gestoßen", erklärt Runge diese Maßnahme. Der Ausgaberaum ist klein, der Lagerplatz äußerst begrenzt und aufgrund der baulichen Beschaffenheit der ehemaligen Schule ist eine Arbeit mit Gabelstapler oder ähnlichem nicht machbar. "Wir müssen hier alles per Hand ausladen und in die Regale räumen - mehr ist da beim besten Willen nicht leistbar", sagt Runge. Drei voll beladene Lieferwagen aus dem Hemelinger Lager müssen auf diese Weise geleert werden. Dennoch zeigt sich der Geschäftsführer der Bremer Tafel zufrieden mit der derzeitigen Situation: "Die Arbeit klappt mit den Helfern in Huchting sehr gut." In den kommenden Wochen und Monaten gelte es nun zunächst, den erreichten Standard zu halten.
Andreas Schröder und sein Team aus 20 weiteren ehrenamtlichen Huchtingern sind froh, dass inzwischen Routine in der ehemaligen Schule eingekehrt ist. "Die Stimmung im Team ist optimal", sagt Schröder. Die Bandbreite der Helfer reicht von Arbeitslosen über Hausfrauen und Rentner bis hin zu Berufstätigen, die einen freien Tag sinnvoll verbringen möchten. Unter ihnen befindet sich auch Elke Husung, die ihre ganz persönliche Motivation mitbringt: "Ich habe selbst einmal vom Amt gelebt, und wollte Menschen in derselben Situation helfen."
Selbst während der Ausgabezeit zwischen 13.30 und 16 Uhr bleibt die Stimmung meist entspannt und locker. Ein Helfer begleitet die Kunden zu den Stahltischen und geht ihnen beim Einpacken der Waren zur Hand. Vor dem Ausgaberaum warten Kinder auf Holzstühlen auf ihre Eltern und verspeisen genüsslich Schokoriegel, die die Ehrenamtlichen ihnen geschenkt haben. Ein Scherz zwischendurch, eine herzliche Begrüßung unter Bekannten, all das gehört für den Leiter Andreas Schröder zur Arbeit dazu: "Wir versuchen hier, der Situation den Ernst zu nehmen, damit die Leute gerne herkommen und sich nicht als Bittsteller fühlen."
Unternehmen, die regelmäßig Lebensmittel an die Bremer Tafel spenden möchten, können sich unter der Telefonnummer 4341959 an die Bremer Tafel wenden. Die Ware wird abgeholt und in Hemelingen vorsortiert. Menschen, die ehrenamtlich mitarbeiten möchten, bekommen auch unter derselben Telefonnummer Informationen.



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