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Sodenmatt. Hoppla, da ist er ja - der Kasper. Er verrät den 180 Erst- und Zweitklässlern in der Aula der Grundschule Delfter Straße, worum es in dem Puppenspiel der Mobilen Präventionspuppenbühne der Polizei Bremen geht: "Das verschwundene Straßenschild" lautet der Titel des Spiels, das für die Schülerinnen und Schüler Verkehrserziehung auf pfiffige Art ist.
Dadurch können sie sich Verkehrsregeln viel besser merken, stellen Polizei und Lehrer zur Freude der Eltern fest. Außerdem wurden die Schüler auf den Inhalt der 45-minütigen Aufführung durch den Besuch eines Kontaktpolizisten im Unterricht vorbereitet. "Wir versuchen mit der Puppenbühne, den Kindern etwas mit Kopf, Herz und Hand auf den Weg zu geben, das nachträglich einen sehr hohen Merkwert hat", sagt Faust. Erfahrungsgemäß würden die Mädchen und Jungen ein Jahr im Kopf behalten, was auf der Bühne passiert sei. "Die Verhaltensmuster werden spielend dargestellt, so ist der Lerneffekt höher", erklärt der Beamte. Außerdem fordert Polizistin Claudia Winkler vom Revier Vegesack die Knirpse zum Mitmachen auf.
Das lassen sich die Schülerinnen und Schüler nicht zweimal sagen, die schon ungeduldig auf den Sitzbänken hocken. Der Vorhang hebt sich: Bodo der Pizzabäcker fährt in dem Wagen vor. Er sucht dringend ein neues Blech, auf dem er die beste Pizza Bremens backen will. Da entdeckt er das Spielstraßenschild und kann nicht widerstehen. Er stiehlt es und braust davon.
Sein Diebstahl hat schwere Folgen. Ohne das Hinweisschild brausen die Autos viel schneller als erlaubt durch die Straße. Als Lucas und Lisa wie immer auf der Fahrbahn Fußball spielen, werden sie fast von einem Auto angefahren. "Ihr dürft hier nicht spielen, mitten auf der Straße", meckert der Fahrer. "Aber das ist doch eine Spielstraße", entgegnen die beiden Kinder entgeistert. Dann erst entdecken sie überrascht, dass das Schild verschwunden ist, das ihnen das Spielen auf der Straße erlaubt. Wütend tritt Lucas auch noch in das Loch, in dem das Schild vorher gesteckt hat, und verletzt sich den Fuß. Notgedrungen weichen die beiden Spielkameraden auf den Platz vor einer nahe gelegenen Bäckerei aus. Verflixt, da landet der Ball im Schaufenster, das zerbricht. Vor Schreck flüchten die beiden Kinder. Und der Bäckermeister ruft einen Polizisten.
Schüler ermitteln
Der Beamte Pütz und sein Polizeihund Charlie nehmen die Ermittlungen auf. Im Gebüsch entdecken sie nur Lisa. Deshalb setzen sie die Suche fort. Bevor sie eine Straße überqueren, schauen sie nach links, danach nach rechts und wieder nach links. Die Grundschüler werden von den Puppenspielern zum Mitmachen animiert - und gehen begeistert darauf ein. Sie rufen den Akteuren, Beamten und ehrenamtlichen Helfern auch zu, wenn sie eine Spur entdecken. Das Kasperstück fesselt sie regelrecht. Nach dieser Schulstunde und einer von der Polizei angeführten Polonäse durch die Aula steht für Kinder fest: Man darf keine Schilder klauen, vor dem Überqueren einer Straße muss man sich gut umsehen. Außerdem gucken sie sich von Lisa und Lucas ab, dass man einen Fehler wieder gutmachen kann, wenn man ihn zugibt, denn die holen sich einen Besen, um die Scherben aufzufegen.
Seit März 2004 gibt es die Präventionspuppenbühne der Bremer Polizei. Sie besteht derzeit aus acht Spielern. Um modernen Ansprüchen zu genügen, benutzen sie Headsets, und aufgenommene Töne von fahrenden Autos und klirrenden Scheiben werden eingespielt.



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