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Die elf Schülerinnen und Schüler haben die Oper von Guiseppe Verdi in drei Akten als Figurentheater inszeniert und mit Handpuppen und kleinen Holzfiguren in der Senioreneinrichtung aufgeführt. Sie treten als Spielerinnen, Erzählerinnen, Tänzer, Techniker und Beleuchter auf. Sie werden seit der 5. Klasse stundenweise gemeinsam unterrichtet, wie Projektleiter Werner Vaudlet erklärt. "Ein Schwerpunkt ihrer Zusammenarbeit ist immer ein jährliches Theaterprojekt."
Ungewöhnliche Aufbauten im Clubraum des Stadtteilhauses an der Tegeler Plate deuten auf das besondere Ereignis hin: ein paar Stuhlreihen, ein Scheinwerfer, eine Musikanlage und abgedunkelte Fenster. Die winzige Bühne mit rotem Vorhang hatten Schüler der Kooperationsklasse 9a auf Tischen aufgebaut. Hier schlüpften einige Schülerinnen und Schüler in die Rolle als Puppenspieler.
Die Hauptrollen Violetta und Alfredo sowie etliche Nebendarsteller traten als Hand- und kleine Holzpuppen vors Publikum. "Sie sind alle handgemacht, zum Teil aus alten Kasperlefiguren", berichtet der künstlerische Leiter Werner Vaudlet, der die Gruppe bei ihren Vorbereitungen, Proben und der Aufführung unterstützt hat. "Die Schüler haben sie gesägt, angemalt und mit Kostümen bekleidet", fährt er fort.
Das Interesse für "La Traviata" sei dadurch geweckt worden, dass die Förderschüler sich seit der 5. Klasse neben Pop wöchentlich mit klassischer Musik auseinandersetzen, berichtet Vaudlet. Zum anderen ist "die Musik so schön, und es wird eine wunderschöne, wenn auch traurige Liebesgeschichte, erzählt".
Die nimmt ihren Lauf während eines Festes. Dazu hatte die junge Violetta viele Gäste und Freunde eingeladen. Unter ihnen etliche Männer, die der jungen hübschen Frau mit langen dunklen Haaren, die an einer tödlichen Lungenkrankheit leidet, die sie verbirgt, wahrlich zu Füßen liegen. Sie verführt viele reiche Herren, die sich für ein paar romantische Stunden gern finanziell erkenntlich zeigen. Aber einer zeigt wahre Gefühle: Alfredo. Violetta ist sehr berührt, überglücklich und erkennt, dass auch sie sich verliebt hat. Beide Figuren tanzen und singen im Festsaal, den die Schüler als Kulisse nachgebaut haben, zu klassischer Opernmusik. Eine schöne Idee der jungen Theatermacher war, mehrere Blumen über das Liebespaar kreisen und zwei weiße Taubenfiguren fliegen zu lassen. Ferner strömten von der Seite Seifenblasen auf die Bühne.
Im zweiten Akt haben die elf Akteure das Leben der Verliebten nachgespielt, die sich aufs Land zurückziehen. Dort taucht plötzlich Alfredos Vater auf und trifft sich heimlich mit Violetta, um sie zum Verzicht auf seinen Sohn zu überreden, um die Hochzeit von Alfredos Schwester und den Ruf der Familien nicht zu gefährden. Violetta gibt nach, hinterlässt ihrem Liebsten einen Brief und kehrt nach Paris zurück.
Doch Alfredo reist ihr nach. Er will sich rächen. Deshalb duelliert er sich mit dem neuen Mann an Violettas Seite. Als Gewinner kommt er zu einer Menge Geld, das er Violetta als Dank für ihre Liebesdienste vor ihre Füße wirft. Diese ist erschüttert und bekennt ihre Liebe zu Alfredo.
Die Szenerie im dritten Akt spielt in einem Raum, in dem Violetta am Ende an ihrer Lungenkrankheit stirbt. Kurz davor übergibt sie im Beisein des Vaters von Alfredo und ihres Arztes ein goldenes Medaillon an Alfredo als Erinnerungsstück.
"Eine ganz tolle Inszenierung", lobte Anja Stahmann nach der Aufführung. Ihr hat vor allem das Bühnenbild mit den Turteltäubchen und Seifenblasen gut gefallen. "Aber auch die Musik war super."
Dieser Meinung schloss sich Ingeborg Bunk an, die regelmäßig ins Stadtteilhaus kommt, um Bewohner zu besuchen. "Die Melodien waren hinreißend. Es war ein bisschen wie in einer echten Oper." Bewohnerin Ursula Hinz gefiel die Kulisse und, dass die Jugendlichen das komplexe Stück "sehr verständlich dargestellt haben".
Das Lob hörten die Schülerinnen und Schüler gern. "Ich denke, vor allem ältere Menschen mögen Opern", sagt Nina. Die 14-Jährige war in die Rolle der Erzählerin geschlüpft und hat den Dreiakter mit ihren Mitschülern schon einmal vor Fünftklässlern aufgeführt. "Sie waren viel unruhiger. Ich glaube, dass sie den Inhalt auch nicht richtig verstanden haben", glaubt sie.
Für die Bewohner des Stadtteilhauses sei es eine willkommene Abwechslung gewesen, hat Achim Köpke beobachtet. Der Sozialarbeiter, der Veranstaltungen im Haus organisiert, hob vor allem den generationsübergreifenden Aspekt hervor: "Hier kommen Jung und Alt zusammen, die normalerweise weit auseinander leben."



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