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Huchting. Die Rosen können Besucher vorerst nur auf Bildern bewundern. Die Blüten leuchten pink und violett an den frisch gestrichenen Wänden des neuen Nachbarschafts-Cafés Rosengarten. Im Hinterhof des kleinen Flachbaus an der Antwerpener Straße 22 deuten ein kleiner Bagger und Stapel von Pflastersteinen auf ein Vorhaben hin, das im kommenden Frühjahr vollendet werden soll. Ein blühender Garten, in dem geklönt, gelacht und diskutiert werden kann. Hauptsache all das geschieht gemeinsam. Bis es soweit ist, bietet das Café auch im Innenbereich ausreichend Raum für Kurse, Beratungsangebote und Unterhaltung.
"Wir haben bereits vor Jahren in der Stadtteilgruppe gefragt, warum es eigentlich nur Essen auf Rädern gibt, bei dem jeder für sich seine Mahlzeiten zu sich nimmt", berichtete Ortsamtsleiter Uwe Martin während der offiziellen Einweihung von der Grundidee, derartige Anlaufstellen zu schaffen. Um die älteren Mitbürger aus ihrer Einsamkeit zu befreien, konnte der Ortsamtsleiter gemeinsam mit dem Quartiersmanagement die Gewoba vor sechs Jahren überzeugen, den Klönhof an der Nimweger Straße zu eröffnen. Einen Ort, an dem sich seither die Senioren aus der Nachbarschaft treffen und gemeinsam essen können. "Eine Dame, die eines Tages ins Krankenhaus musste, wurde von den anderen Klönhof-Teilnehmern täglich besucht", erzählte Martin. Ein besseres Beispiel für eine funktionierende Gemeinschaft gebe es aus seiner Sicht nicht.
Von der Eröffnung des zweiten Klönhofs namens Café Rosengarten erhoffen sich die Verantwortlichen der privaten Betreibergesellschaft Vacances ähnliche Effekte: "Menschen, die sich zuvor höchstens vom Sehen her kannten, können hier zu einer funktionierenden Nachbarschaft zusammenwachsen", sagte Jürgen Weemeyer, der mit an der Konzeption der neuen Anlaufstelle gearbeitet hat. Diese schließt eine enge Kooperation mit dem Klönhof an der Nimweger Straße mit ein. Nicht nur Ältere, sondern auch Kinder, Jugendliche und Erwachsene vor dem Rentenalter sollen sich nach Weemeyers Wunschvorstellung im Café Rosengarten wohlfühlen und miteinander ins Gespräch kommen. Entsprechende Angebote werden nun in der Eröffnungswoche zunächst getestet. Zum Beispiel gibt es ein Bastelangebot für Kinder, ein Literatur-Sofa für Berufstätige, Morgen-Gymnastik für Senioren und ein Musikcafé für alle. "Nach der ersten Woche werden wir sehen, welche Angebote weiterlaufen sollen und ob es auch andere Ideen aus der
Nachbarschaft gibt", erklärte Weemeyer die weitere Planung.
Hausleiterin Iris Pietsch hat sich vorgenommen: "Ich will dafür sorgen, dass die Räume mit Leben gefüllt werden." Die bei Vacances angestellte Krankenschwester wird vor Ort zudem eine Pflegeberatung anbieten. "Hilfebedarfe erkennen und die richtigen Ansprechpartner vermitteln", so umschreibt sie ihre Arbeit. Darüber hinaus sind auch vorerst jeden Montag die Schuldnerhilfe Bremen, die Deutsche Krebshilfe und ein weiterer Ansprechpartner vor Ort, der bei ambulanten Versorgungslücken weiterhilft. "Die Menschen nehmen solche Angebote viel häufiger wahr, wenn sie in ihrem direkten Wohnumfeld angesiedelt sind", erklärte Pietsch.
"Wir brauchen fünf Klönhöfe"
Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Gewoba hat in den Umbau 130000 Euro investiert. "Hier wurde jedoch hauptsächlich ideelles Kapital geschaffen", sagte das Gewoba-Vorstandsmitglied Manfred Sydow bei der Eröffnung. Die Waschhäuser seien zuvor bereits beliebte Orte für den nachbarschaftlichen Austausch gewesen, daran könne das Café anknüpfen. Völlig uneigennützig ist die Investition aber nicht. Zufriedene Mieter sind auch für die Gewoba wichtig, bestätigte Sydow. Sozialstaatsrat Horst Frehe bekräftigte den politischen Willen, ambulante Angebote weiter ausbauen zu wollen. "Die soziale Infrastruktur muss sich weiterentwickeln, um der Vereinsamung etwas entgegensetzen zu können", so Frehe. Ortsamtsleiter Uwe Martin sah sich daher nur in seinen Bestrebungen bestätigt, sich für weitere kleine Knotenpunkte im sozialen Netz Huchtings einzusetzen: "Wir brauchen insgesamt fünf solcher Klönhöfe", lautet seine Einschätzung. Für einen dritten hat er bereits auch einen
konkreten Standort im Blick. "Die Planungen fangen direkt nach dieser Veranstaltung an."
Wer eigene Ideen in das Angebot des Café Rosengarten einbringen möchte, kann sich unter der Telefonnummer 706077 an Jürgen Weemeyer wenden.



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