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Huchting. Grabsteine, die nebeneinander aufgereiht stehen und strenge Gestaltungsvorgaben für die letzte Ruhestätte eines geliebten Menschen, diese und weitere Gründe führen dazu, dass einige Menschen sich alternative Begräbnisformen für ihre eigene Bestattung wünschen. Eine davon ist die Waldbestattung: Eine biologisch abbaubare Urne wird zu Füßen eines Baumes in einem natürlichen Waldstück beigesetzt. Ein kleines Messingschild am Baumstamm gibt Auskunft über die Identität des Verstorbenen. Keine Friedhofsmauern, keine Öffnungszeiten. In Bremen gibt es einen solchen Ort bislang nicht. Sabine Radke (FDP) findet das schade. "Viele aus meinem Bremer Bekanntenkreis lassen sich in einem Begräbniswald bei Hude beerdigen, warum sollen wir also nicht auch mitten in Bremen ein solches Angebot schaffen?" Auf ihre Initiative hin beschäftigt sich der Bauausschuss des Huchtinger Beirats am 21. Februar ausschließlich mit dem Thema, wie ein solches Vorhaben umgesetzt
werden kann. Als möglicher Standort wird bereits ein etwa zehn Hektar großes Waldstück im Park Links der Weser gehandelt.
Zur Sitzung sind auch Vertreter des Umweltsenators aus den Bereichen Grünordnung und Stadtplanung eingeladen. In der zuständigen Behörde trifft der Huchtinger Vorschlag jedoch nicht gerade auf Begeisterung: "Bereits zum jetzigen Zeitpunkt ist klar, dass insgesamt ein starkes Überangebot an Bestattungskapazitäten in Bremen vorliegt", sagt Brigitte Köhnlein. Die Sprecherin des Umweltsenators verweist auf die derzeit laufende Fortschreibung des Entwicklungsplans für die bestehenden 14 kommunalen Friedhöfe. Darin solle das künftige Angebot dem Bedarf angepasst werden. Im Klartext: Da bereits ein Überangebot an kommunalen Bestattungsplätzen besteht, ist ein neuer Begräbniswald eher unwahrscheinlich. Denn aus Sicht der Verantwortlichen bedeutet jede "Abwanderung" auf weitere Flächen, dass die Unterhaltungskosten für die bisherigen Friedhöfe nicht mehr durch Gebühreneinnahmen ausgeglichen werden können.
Bisherige Angebote nutzen
Als weiteren Grund für die skeptische Haltung des Umweltressorts führt Köhnlein die bestehenden Angebote in Bremen an. "Die Stadt bietet bereits jetzt die Möglichkeit, Bestattungen an oder unmittelbar im räumlichen Umfeld von Bäumen in Form von Baumgräbern vorzunehmen, beispielsweise auf dem Waldfriedhof Blumenthal und dem Friedhof Osterholz." Ein Ausbau solcher Angebote sei auch künftig auf weiteren bestehenden Friedhöfen geplant. "Wir sollten diese Möglichkeiten zunächst nutzen, bevor an anderer Stelle neue Friedhöfe mit zusätzlichen Bestattungsangeboten eröffnet werden", so Köhnlein.
Bremer, die dennoch ihre letzte Ruhestätte außerhalb von Friedhofsmauern unter Baumwipfeln suchen, sind bislang auf das niedersächsische Umland angewiesen. Die beiden privatwirtschaftlich organisierten Marktführer auf dem Gebiet der Waldbestattungen in Deutschland sind die Anbieter Friedwald und Ruheforst. Beide Namen sind markenrechtlich geschützt. Die Unternehmen arbeiten mit Kommunen zusammen, die als Träger der Gebiete fungieren. Sie werden an den Verkäufen der Bäume finanziell beteiligt, um ihre Kosten zu decken. Der Anbieter Friedwald hat in Schwanewede und Hude zwei Waldgebiete im Angebot, auf denen bereits Bremer begraben liegen. "Wir haben auch auf Bremer Stadtgebiet nach passenden Flächen gesucht, doch dort gibt es keine Waldstücke, die mindestens 30 Hektar groß sind", erklärt Hans-Adam von Schultzendorf von der Friedwald GmbH. Diese Größe sei jedoch erforderlich, um den Kunden lange Liegezeiten bis zu 99 Jahren garantieren zu können. Andernfalls sei der Wald zu schnell
vollständig belegt.
Die Verantwortlichen der Firma Ruheforst wollen nun nachziehen. Laut eigenen Angaben wollen sie bereits in den kommenden 400 Tagen in Niedersachsen einen Bestattungswald eröffnen, der von Bremen aus schnell mit dem Auto erreichbar sein wird. Matthias Budde von Ruheforst schließt auch ein Engagement des Unternehmens direkt in Bremen nicht aus: "Wenn die Kommune an uns herantreten sollte, werden wir klären, ob auch auf einer kleinen Fläche etwas machbar ist."



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