Der Plan, den die EiB verwirklichen will, sieht vor, dass möglichst viele Menschen die Genossenschaft finanziell unterstützen, damit sie Anteile an der Thüga AG erwerben kann. Die Thüga AG ist nach E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW der fünftgrößte Energiekonzern in Deutschland und zurzeit noch ein Tochterunternehmen von E.ON.
'Wenn wir Miteigentümer bei der Thüga werden, könnten wir den Energiemarkt in Deutschland eventuell auf den Kopf stellen', sagt Arne Panesar, der im Aufsichtsrat der EiB sitzt und Bremer im Überseemuseum über seine Genossenschaft informiert hat.
Energieerzeugung dezentralisieren
Wenn der Anteil hoch genug ist, will die Initiative gewählte Vertreter in die Kontrollgremien der Thüga entsenden und somit ihre Interessen im Unternehmen einbringen.
'Dann können wir vielleicht unsere Ziele durchsetzen. Und zwar wollen wir eine Dezentralisierung der Energieerzeugung, den Ausstieg aus der Atomkraft, die Förderung der Energieeinsparung und Energieeffizienz sowie den Ausbau der erneuerbaren Energielandschaft', betont Arne Panesar.
Er ist der Überzeugung, dass es mit der derzeitigen Energieerzeugung der großen Konzerne so nicht weiter gehen kann.
'Alleine mit den Wärmeverlusten, die in den Kraftwerken entstehen, könnte man alle Gebäude in Deutschland heizen. Was die großen Konzerne wollen, hat für mich nichts mit der Klimapolitik der Bundesregierung zu tun', sagt Panesar. Daher sei es für ihn umso wichtiger, dass Genossenschaften wie die EiB Erfolg haben.
Bisher hat die Genossenschaft bereits rund 24 Millionen Euro von 4565 Einzahlern gesammelt. Für den Kauf der Anteile benötigt sie mindestens 100 Millionen Euro.
Mindestens 500 Euro Mindestbeitrag
Es ist jedoch nicht billig, Mitglied in der EiB zu werden: Mindestens 500 Euro sind auf ein Treuhandkonto einzuzahlen. 'Wegen der Höhe des Beitrags mussten wir schon viel Kritik einstecken', räumt Arne Panesar ein. 'Ein geringerer Beitrag würde den Verwaltungsaufwand jedoch zu sehr erhöhen.'
Viele kritische Reaktionen hat der EiB-Vertreter im Überseemuseum nicht zu hören bekommen. Er erntete seinem Vortrag größtenteils Zustimmung.
Dennoch blieb die Frage offen, was die Bremerinnen und Bremer von einem Kauf der Thüga hätten, da der Konzern nicht für die Strom- und Gasversorgung in der Hansestadt zuständig ist. Klar ist, dass ein Kauf der Thüga-Anteile keine direkten Auswirkungen auf Bremen hätte.
Initiative mit Signalwirkung
Klaus Prietzel, Vorstandsmitglied des Bundes für Umwelt und Naturschutz Bremen, ist jedoch der Meinung, dass die Initiative der Genossenschaft aus Freiburg Signalwirkung haben könnte.
'Wir alle kämpfen für die Wende in der Energieerzeugung. Ein Kauf der Thüga-Anteile würde auch die Bedingungen in Bremen ändern. Denn die Macht der vier großen Konzerne würde reduziert werden', meint Prietzel.
'Allerdings wäre es nur ein kleiner Anstoß. Wir dürfen nicht die Illusion haben, dass der gesamte Energiemarkt durch einen Erfolg der EiB auf den Kopf gestellt werden würde.'
Dass es auch in Bremen auf diesem Sektor engagierte Leute gibt, ist Arne Panesar klar. 'In den Regionen Bremen und Hamburg haben wir bereits knapp 370 aktive Mitglieder', sagt der Bürger-Energie-Funktionär. 'Das macht deutlich, dass unsere Genossenschaft nicht nur eine rein süddeutsche Angelegenheit ist.'
Informationsmaterial über die Energie in Bürgerhand gibt es bei der Bremer Erzeuger-Verbraucher-Genossenschaft (EVG), Dobben 43a, unter Telefon 3 49 90 77.


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