Als Protagonisten fungieren alte Spielzeuge, die Kulisse besteht aus Tonpapier. Solche und ähnliche Filme haben die zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sieben Ländern beim internationalen Teenager-Workcamp „Achtung Trickfilm – zeige deine Kreativität“ zwei Wochen lang im Mädchenkulturhaus im Viertel angefertigt.
In Kleinarbeit wird jede Szene einzeln abfotografiert, aus rund 600 Fotos wird eine Filmminute. Und das alles ohne aufwändige Technik. Lediglich eine gute Digitalkamera auf einem Stativ und ein Laptop für den Schnitt werden benötigt. Geräusche nehmen die Jugendlichen mit einem MD Player auf oder suchen sie sich im Internet zusammen. Dort sind die fertigen Filme dann später auch zu sehen. Die Workcamp-Organisation „Internationale Jugendgemeinschaftsdienste“ hat das Ganze zusammen mit dem Verein Blickwinkel aus Göttingen organisiert.
Selbstorganisation und Umwelterziehung lernen
Ziel war es, ein Camp für Jugendliche unterhalb des für Workcamps üblichen Altersdurchschnitts von 18 bis 24 Jahren zu entwickeln. So besteht die Arbeit im Gegensatz zu vielen anderen Workcamps nicht aus körperlicher Arbeit in der freien Natur – ein Umstand, den Teamer Dusan Milojevic aus Serbien ganz angenehm findet. „Außerdem ist es interessant, mit einer jüngeren Gruppe von Menschen zu arbeiten, die noch sensibler aber auch rebellischer ist“, findet der 24-Jährige. Neben der Arbeit sind auch Selbstorganisation, Umwelterziehung und soziale Prozesse in Gruppen wichtige Themen, die die Jugendlichen kennenlernen sollen.
„Gerade die Mülltrennung muss man oft ein paar Mal erklären, da manche so etwas bisher noch nie kennengelernt haben“, sagt Dusan. Campleiterin Judith Gaschler fand zu Beginn ein wenig schwierig, dass sich die Teilnehmer schwer damit getan hätten, gemeinsame Entscheidungen darüber zu treffen, was sie in den zwei Wochen des Camps gern organisieren und erleben wollten. „Da haben alle schweigsam gesessen und darauf gewartet, dass man ihnen vorgibt, was man machen kann.
Camp-Sprache ist Englisch
Inzwischen ist das aber viel besser geworden“, sagt die Bremerin. Mit der gemeinsamen Camp-Sprache Englisch hingegen können die meisten Jugendlichen, die aus aus Estland, Finnland, Italien, Portugal, Polen und Deutschland kommen, ganz gut umgehen. Die beiden Portugiesen Leo, 14 Jahre, und Tom, 16 Jahre, können darüber hinaus auch noch Deutsch, da sie zu Hause in Lissabon eine deutsche Schule besuchen. Sie sind gerade damit beschäftigt, den gemeinsamen Camp Film weiterzudrehen.
Die Handlung bis jetzt: Baroness Kleinkopf ist unglücklich über ihr Erscheinungsbild und organisiert einen großen Ball, um Geld für eine Schönheitsoperation zu sammeln. Dorthin kommt auch ein illegaler Einwanderer aus Mocambique, der sich in die portugiesische Prinzessin verliebt. „Der Ball wird eine große interkulturelle Party. Jeder Camp-Teilnehmer wird dort eine eigene Figur entwickelt haben“, verraten Leo und Tom. Die Filme des Camps sind im Internet unter www.youtube.com/user/MediencampBremen frei zugänglich.


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