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Katja Ittermann hat in neurologischen Abteilungen von Kliniken und in Reha-Zentren mit kranken Menschen gearbeitet. Sie fühlte sich ständig erschöpft. Als sich 1997 die Gelegenheit bot, als Souffleuse am Theater am Goetheplatz zu arbeiten, zog sie von Hamburg nach Bremen. Die Diagnose Multiple Sklerose kam ein Jahr darauf nicht unerwartet, da sie schon seit 1986 gesundheitlich beeinträchtigt war.
Ab 2003 verschlechterte sich Katja Ittermanns Befinden stark. Fehlende Koordination der Beine, Gleichgewichtsstörungen, Fallneigung, sprunghafte Ermüdung des rechten Beins bis zur Gefühllosigkeit und Lähmung führten 2008 dazu, dass sie vorzeitig in Rente gehen musste. Sie war auf den Rollstuhl angewiesen, und da die Schulmedizin keine Heilung versprach und ihre Krankheitssymptome auch nicht wirklich lindern konnte, suchte sie nach Alternativen.
Lichtblicke
Ein Lichtblick war für sie, dass sie in der Reha ein Unterhaltungsprogramm vorführen konnte, das 2004 am Theater am Goetheplatz gezeigt worden war. Einige Zuschauer hielten ihre Behinderung für eine schauspielerische Leistung und Teil der Rolle. Das war der Beginn ihrer persönlichen Wende. Die Krankheit verlor etwas von ihrer Macht über die Patientin.
Sport hatte Katja Ittermann nie ehrgeizig betrieben. Mal hatte sie gejoggt oder einen Kursus in Qi Gong belegt. Daher kannte sie die bewegte Form der chinesischen Energiearbeit. Ein schmerzhaftes Rückenleiden war mit den Mitteln der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erfolgreich behandelt worden.
2008 fand Katja Ittermann eine von den Kassen zugelassene Rehabilitationsklinik in Bayern, die Behandlungen nach Art der Traditionellen Chinesischen Medizin anbietet. Seit dem Aufenthalt dort wird sie in Bremen von ihrem Hausarzt weiterbehandelt, der sich in Naturheilverfahren weitergebildet hat und traditionelle chinesische Medizin anwendet.
Ihr Zustand verbesserte sich leicht. Kräutertee, Akkupunktur und Disziplin in der Anwendung der Therapiemaßnahmen wirkten. Katja Ittermann lebte aber weiterhin mit großen Einschränkungen. Ein paar Schritte an Stöcken in der Wohnung waren ihr möglich, draußen konnte sie sich nur im Rollstuhl fortbewegen. Kleine Anstrengungen erschöpften sie.
Autogenes Training und Progressive Muskelentspannung nach Edmund Jacobson brachten bei Katja Ittermann nicht den gewünschten Erfolg. Ihr Hausarzt hat ihr vom Stillen Qi Gong berichtet, und sie hat es bei Hartwig Lahrmann in Münster erlernt, der sich seit 1983 mit Qi Gong beschäftigt und 1994 eine zweijährige Ausbildung am Institut Li in München als Qi Gong-Lehrer abgeschlossen hat.
Beim stillen Qi Gong hat sie das Gefühl, dass es das Richtige für sie ist. Sie übt es täglich. Die dahinterstehende Lehre erklärt die Wirkung von Qi Gong mit der Lösung von Blockaden in den Energiebahnen des Körpers.
Die Übungen können im Liegen und im Sitzen praktiziert werden. Durch Konzentration oder Hinwendung zu Körperenergiepunkten auf den Bahnen der Energieflüsse wird der Kreislauf von Energie angeregt und unterstützt.
Doch nicht die reine Konzentration auf Punkte zwischen den Augenbrauen, in der Brust oder unterhalb des Bauchnabels ist sinnvoll. Das Schweifenlassen der Gedanken und das Zurückkehren zur Übung sind wesentliche Teile des Ablaufs und Grundlage für den blockadefreien Energiefluss. Autosuggestive Ansätze, die beispielsweise Wärme durch Konzentration zu erzeugen, gehören nicht zu den Übungen des Stillen Qi Gong.
Katja Ittermann kann inzwischen täglich und durchgängig im Sitzen üben. 'Die Rückbildungstendenzen der Lähmung in meinem rechten Bein sind phänomenal', sagt sie. 'Ich schaffe es wieder, mit dem Rollator oder Gehstöcken, Strecken von bis zu eineinhalb Kilometern zu gehen. Ich habe Hoffnung, dass es sich weiter bessert. Psychisch geht es viel besser. Ich habe mehr Energie und in meiner Wohnung kann ich mich freihändig bewegen.'
In ihrer Begeisterung über die positive Entwicklung haben Katja Ittermann und Dieter Geiss nun Hartwig Lahrmann aus Münster eingeladen, in Bremen einen Wochenend- und einen Tageskursus im Stillen Qi Gong zu geben. Sie haben Räume in der Altstadt organisiert und ein Infoblatt drucken lassen - am 21. August geht es los.
Tageskursus am Sonnabend, 21. August, Wochenendkursus am 20. und 21. November , Sögestraße 37 - 39. Kosten: 85 und 130 Euro. Anmeldungen per Post an die Arztpraxis Dieter Geiss, Wilhelm-Röntgen-Straße 21 oder E-Mail an stillesqigong@t-online.de, Infos von Hartwig Lahrmann: info@taimed.de, www.taimed.de.



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