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20 junge Leute, die ein Freiwilliges Soziales Jahr machen, wollten auf die Situation der Bremer Roma aufmerksam machen. Unter der Leitung von Andreas Rheinländer aus Horn, dem Geschäftsführer des Sozialen Friedensdienstes, hatten sie den Vortagsabend in der Kulturkirche organisiert. Die Bands Masani Keos und Zeitgeistmusik traten auf, außerdem gab es eine Gesprächsrunde mit Claudia Jacobs vom Flüchtlingsrat Bremen und dem Rom Djevdet Berisa. Jannis Tanner aus Findorff hatte die Idee, in die Kulturkirche einzuladen. Er macht sein freiwilliges Jahr beim AStA, dem Studierendenausschuss der Uni Bremen. "Mit der Debatte um die Abschiebungen von Roma durch Nicolas Sarkozy in Frankreich im vergangenen Jahr ist mein Interesse für das Thema entstanden", sagt er.
Wie es den Roma in Bremen geht, ist nicht leicht auszumachen. Einer, der sich in der Roma-Gemeinschaft auskennt, ist Djevdet Berisa. Der Hannoveraner ist selbst Roma und Mitglied des Vereins Romane Aglonipe. Er schätzt die Lage der Bremer Roma als verhältnismäßig human ein: "Wir haben keine akute Wohnproblematik in Bremen. Es gibt Unterkünfte, auch wenn sie meistens nicht sonderlich sauber sind." Allerdings werden auch in Bremen die Roma nur geduldet und bekommen keine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. "Dadurch bekommen die Jugendlichen auch keine Ausbildungsplätze - man kann ja nur eine drei Monate gültige Arbeitsgenehmigung nachweisen", sagt Djevdet Berisa.
Im Oktober 2009 hätten die Bundesregierung und die Regierung des Kosovo ein Rückführungsabkommen unterzeichnet, erklärte Marieluise Beck. Dadurch sei es möglich, Roma und andere ethnische Minderheiten in das vermeintlich wieder sichere Land abzuschieben. "In Niedersachsen wird das auch gemacht. In Bremen hält man sich zurück."
Eine Lösung ist die Bremer Taktik aber nicht. Denn um den Roma eine langfristige Perspektive in Deutschland zu ermöglichen, bedarf es eines gemeinsamen Beschlusses aller Länder und der Bundesregierung. Danach sieht es im Moment nicht aus - jährlich sollen circa 2500 Flüchtlinge in das Kosovo, nach Serbien und nach Montenegro zurückkehren.



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