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Altstadt. In der Reihe "Wissen um elf" im Haus der Wissenschaft wird noch bis Ende Februar Gesundheitsforschung thematisiert. Horst Hahn, Professor für Medical Imaging an der Jacobs University Bremen und stellvertretender Institutsleiter des Fraunhofer MeVis, einem Institut für bildgestützte Medizin, sprach über "Computer in der Radiologie - Hoffnung und Dilemma".
"Die Kliniken haben ja auch funktioniert ohne Computer", sagte Horst Hahn. Fraunhofer MeVis arbeitet daran, dass die digitalen Abläufe sicherer, besser und schneller werden. "Wir versuchen immer, als oberstes Ziel, die Wirkung auf den Patienten im Auge zu behalten", sagte Horst Hahn.
Medizinische Abläufe werden immer komplexer. Gleichzeitig wird der Druck Kosten zu sparen immer größer. "Wie können Computer helfen?", fragte Horst Hahn. Fraunhofer MeVis ist ein gemeinnütziges Forschungszentrum, dass für die Bildgebung in der Medizin Computerunterstützung entwickelt und mit Medizinern optimiert. am Beispiel der Brustkrebsdiagnostik und der abdominellen Chirurgie berichtete Horst Hahn über den Einsatz dieser Computer in der Diagnose und Therapie und über mögliche Fehlerquellen.
In der Natur ist nichts exakt gleich, so auch nicht der menschliche Körper. "Nicht mal bei eineiigen Zwillingen haben wir gleiche Gefäßsysteme", sagte Horst Hahn. Die erste Antwort der Medizin darauf sind feinere Messungen. Aber auf Grund der Komplexität müsse man sich nicht nur Gedanken über Effizienz, sondern auch über Fehleranfälligkeit, sowohl beim Menschen als auch bei der Technik, machen.
"In der Brustkrebsdiagnostik befinden wir uns schon ziemlich weit in der medizinischen Bildgebung", sagte Hahn. Dort besteht auch eine besonders komplexe Situation. Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Tumorarten. Entscheidungen über verschiedene Diagnosemethoden und Therapie müssen getroffen werden. "Und dazwischen stehen unsere Bildgebungsverfahren." Großen Nutzen ziehe die Brustkrebsmedizin daraus, dass zum Beispiel Gewebeeigenschaften analysiert werden können. Fraunhofer MeVis erforsche, bei welchen Informationen welche Verfahren am besten einzusetzen sind - unter Berücksichtigung der Effizienz und der Kosten.
Ein anderer Schritt in der Brustkrebstherapie ist die sichere Entnahme einer Biopsie. Denn wie kann eine Gewebeprobe entnommen werden, wenn der Tumor zu klein ist, um ertastet zu werden. Fraunhofer MeVis befasste sich damit und baute das Gerät so um, dass die Nadel an jede Position des Bildes geführt werden kann.
Auch bei Leberoperationen bietet das Institut Hilfe. Bei der Leber können Gefäße an einem Tumor vorbei laufen, die ein anderes Gebiet versorgen. Wenn zu viel Gewebe entfernt wird, gehen gesunde Teile der Leber verloren.
Wie können die Chirurgen ihren Eingriff planen? "Wir haben für die Leber-Operationsplanung, für die ganz schwierigen Fälle, eine Dienstleistung in Bremen eingerichtet", erklärte Horst Hahn. Immer wenn ein Fall extrem komplex sei und ein Arzt eine Analyse der Operationsrisiken wünsche, werde bei Fraunhofer MeVis eine Bildanalyse durchgeführt, um abzuschätzen, bei welchen unterschiedlichen Operationsmöglichkeiten welche Bereiche am Ende betroffen sein werden.
Wissen um elf ist eine wöchentliche Reihe. Der Eintritt ist stets kostenlos. Die Ausstellung läuft bis Ende Februar.



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