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Begonnen hat die medizinische Bildgebung mit der Entdeckung der Röntgenstrahlen im 19. Jahrhundert. "Die Technik der Röntgenstrahlung hat sich extrem rasant entwickelt", sagt Matthias Günther. Aber wenn es um komplexe Strukturen wie einen Schädel geht, ist es schwierig, beim Röntgen die räumliche Struktur zu erkennen. Computer erweiterten die Möglichkeiten: zum Beispiel Ultraschall, Computertomografie (CT), Positronen-Emissions-Tomografie (PET) oder Magnetresonanztomografie (MRT). In den vergangenen 20 bis 30 Jahren haben sich auch die Aufnahmen des Körperinneren extrem verbessert.
Viele Verfahren haben Vor- und Nachteile. Bei der PET beispielsweise wird die jährliche Strahlenbelastungsmenge mit einer einzigen Aufnahme erreicht. Bei einer Diagnose ist genau abzuwägen, ob dies in Kauf zu nehmen ist. "Das MRT kommt ohne schädigende Strahlen aus", sagt Günther. Durch Magnetstrahlen und Radiowellen werden die Wasserstoffkerne im Körper ausgerichtet. Es wird ein Magnetfeld verwendet, das etwa 50 000 mal stärker als das der Erde ist. "Sobald der Patient aus dem Magneten raus ist, geht die Ausrichtung wieder zurück", sagt Matthias Günther. Das Problem sei, dass nur Strukturänderungen dargestellt werden, nicht aber der Gewebezustand. Und es sei auch die Frage von Interesse: Wie gut ist Gewebe durchblutet? Schwach durchblutetes Gewebe stirbt schnell ab. Ein stark durchbluteter Tumor beispielsweise ist sehr kräftig. Um dies zu ermitteln, bekommen Patienten Kontrastmittel eingespritzt. So sind nicht nur Strukturmessungen, sondern auch Funktionsmessungen möglich. Werden
unmittelbar nach der Gabe des Mittels Aufnahmen gemacht, bekommt man einen Eindruck von den Venen im Körper, den großen Strukturen. Wird länger gewartet, kann man Anhäufungen oder die Verteilung in Randgebieten, den Kapillargefäßen, erkennen.
Das kann aber nicht beliebig wiederholt werden. "Deswegen haben wir ein Verfahren entwickelt, bei dem man auf Kontrastmittel verzichten kann", sagt Günther. Das Blut werde magnetisch markiert. Die Wissenschaftler und Mediziner hoffen, mit dieser neuen Technik auch Demenz früher erkennen zu können. Fließt das Blut ins Gehirn, werden Bilder gemacht. Je nach Länge der Einströmzeit können Gefäße oder Gewebeaustausch beobachtet werden. Zusätzlich erhält man so Informationen, welches Gefäß welchen Bereich im Gehirn versorgt. Durchblutungsstörungen können ein Hinweis auf Demenz sein.
Erinnerte die grobkörnigen CT-Aufnahme 1974 eher an ein frühes Computerspiel, so war 1994 bereits ein scharfes, feinkörniges Bild möglich. Es wird an immer neuen Methoden und verbesserter Bildgebung geforscht. Zunehmend ist es auch möglich, dynamische Prozesse darzustellen.



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