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Peterswerder·Gete. "Als die Buckelwale unter mir und meinem Kajak jagten, bekam ich doch ein wenig Angst", gibt Elke Grunwald zu. Ansonsten war die 600 Kilometer lange Fahrt entlang der grönländischen Westküste im vergangenen Sommer aber ein Traum für die Bremer Kajakfahrerin, die im Gete-Viertel wohnt. Gemeinsam mit ihrem Freund Markus Ziebell aus Braunschweig berichtet sie am Sonntag, 12. Februar, um 17 Uhr im Vereinsheim der Bremer Kanu-Wanderer (BKW) am Richard-Jürgens-Weg davon.
Beeindruckende Bilder und Filmausschnitte bringen die beiden mit. Damit berichten sie von einmaligen Tierbegegnungen, aber auch von der Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Inuit, der Ureinwohner Grönlands. Im Zentrum steht die atemberaubende Landschaft zwischen Meer und Eisbergen, 250 Kilometer nördlich des Polarkreises. "Kajaks kommen ursprünglich aus Grönland, deshalb hat das Land mich schon immer interessiert", erklärt Elke Grunwald.
Die Kajakfahrerin wird in diesem Jahr 50 und ist von Beruf Lehrerin. Im BKW ist sie für die Jugendarbeit zuständig. Für sie war es der erste Trip nach Grönland. Markus Ziebell war schon mehrmals dort: "Er hatte mir viel Sonne und wenig Wind versprochen", erinnert sich Elke Grunwald.
Ganz so war es dann doch nicht: Das Nordmeer, zu ihrer Reisezeit von Juli bis Anfang August normalerweise ruhig, zeigte sich von seiner stürmischen Seite. Tagelang saßen die beiden auf einsamen Inseln fest, was sie dennoch nicht störte: "Dann haben wir gezeltet. In Grönland gehört Wild-Campen zur Kultur." An uralten Rastplätzen schlugen sie ihr Zelt auf, nachdem sie täglich um die 20 bis 30, mal auch 40 Kilometer unterwegs gewesen waren. "Wir paddeln ganzjährig, deshalb macht uns das nichts aus."
Das relativ milde Klima mit Temperaturen um die zehn bis 15 Grad bei sehr trockener Luft machte das Schlafen unter freiem Himmel unproblematisch. "Wir haben uns von Müsli zum Frühstück und Spaghetti mit Pemmikan ernährt", sagt Grunwald. Pemmikan ist eine nahrhafte, haltbare Mischung aus zerstoßenem Dörrfleisch und Fett. Sowohl diesen Proviant als auch Kleidung und ihre eigenen Kajaks hatten die Reisenden mitgebracht. Gelegentlich kauften sie aber auch in kleinen Märkten in den Orten ein, deren Regale gefüllt waren, "wenn grade vorher ein Schiff gekommen war. Dann habe ich darauf bestanden, dass wir auch mal ein paar Äpfel kaufen", sagt die Sportlerin und lacht. Besonders beeindruckt war die Lehrerin, die in Huchting arbeitet, von den Buckelwalen, die bis zu 18 Meter lang werden können. Bis auf Paddellänge näherten sich die Kajakfahrer den Tieren. "Das war das Spannendste." Aber auch Polarfüchse und die verschiedensten Fischarten haben sie in den vier Wochen gesehen.
Weil die Zeit knapp wurde und sie sonst ihren Heimflug verpasst hätten, legten die beiden einen Teil der Strecke nicht mehr mit den Kajaks, sondern im offenen Motorboot eines Einheimischen zurück. "Fünf, sechs Stunden sind wir so über das aufgewühlte Meer gefahren", schätzt die Lehrerin. Das konnte sie genauso wenig schrecken wie die Tatsache, dass sie während ihrer Reise vom Rest der Welt abgeschnitten waren, weil das Satellitentelefon defekt war. Für den kommenden Sommer haben Grunwald und Ziebell schon wieder Grönland ins Auge gefasst und werden ihre Kajaks erneut dorthin verschiffen lassen, diesmal ganz in den Norden. "Weil die Ferien so spät liegen, haben wir die Chance auf eine Querung von Grönland nach Kanada", erklärt die Kajakfahrerin. Diese Strecke mit einer Länge von knapp 60 Kilometern könne nur Ende August befahren werden, weil sie nur dann eisfrei sei.
"Wo die Wale blasen", Bildervortrag über eine Kajakreise in Grönland von Elke Grunwald und Markus Ziebell, am Sonntag, 12. Februar, 17 Uhr, im Vereinsheim der Bremer Kanu-Wanderer, Richard-Jürgens-Weg 5. Eintritt frei.



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