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Steintor·Fesenfeld. Soll die Humboldtstraße eine Fahrradstraße werden? Darüber diskutierten Beiratsmitglieder und Anwohner der Humboldtstraße und der anliegenden Seitenstraßen in der Friedenskirche mit Vertretern vom Amt für Straßen und Verkehr (ASV), der Baubehörde und dem ADFC. Rainer Dammann von Hansewasser erklärte, wie die Baustelle organisiert wird und wie der Verkehr über die umliegenden Straßen umgeleitet werden soll.
Der Kanal soll auf der gesamten Länge der Humboldtstraße saniert werden, einschließlich der Hausanschlüsse und der Anschlüsse in die Nebenstraßen. "Der Kanal ist 120 Jahre alt", sagte Rainer Dammann. Der müsse unbedingt erneuert werden. Die Straße müsse aufgerissen werden, weil die Steine im Abwassersystem durch ein Kunststoffsystem ersetzt werden sollen. Das nahm der Fachausschuss Stadtteilentwicklung des Beirates Östliche Vorstadt zum Anlass, sich über die Struktur der Straße grundsätzlich Gedanken zu machen.
Die Ideen des ASV stellte Oliver Iversen vor: "Wenn die Humboldtstraße eine Fahrradstraße würde, hätten wir noch dieselben Verkehrsteilnehmer, allerdings hätten Fahrräder dann Vorrang." Die Fahrradfahrer sollen ausschließlich die Fahrbahn mit nutzen, die Radwege verschwinden und die Fußwege werden auf drei bis knapp dreieinhalb Meter verbreitert. Schulkinder dürften auf den Fußwegen radeln.
In der Humboldtstraße gilt bereits jetzt schon Tempo 30. Viele Autofahrer hielten sich aber nicht daran, kritisierten etliche Anwohner. Besonders nachts werde die Humboldtstraße zur Rennstrecke. Die Gesprächsteilnehmer aus der Nachbarschaft waren skeptisch, ob sich das ändern würde, wenn die Radfahrer auf die Fahrbahn wechseln. Sie befürchten, dass Autofahrer die Radfahrer bedrängen. Nach den Vorstellungen des Amtes für Straßen und Verkehr wird der Verkehr auf der Humboldtstraße langsamer, weil die Radfahrer auf der Fahrbahn das Tempo vorgeben, wenn die Humboldtstraße zur Fahrradstraße würde. Darüber hinaus soll die Fahrbahn um einen Meter auf 5,50 Meter schmaler werden. Das nehme noch einmal Tempo raus. Zudem zeige die Statistik, dass weniger Unfälle geschehen, wenn sich die Radfahrer im direkten Blickfeld der Autofahrer befinden, als wenn sie unvermittelt von einem Radweg auf die Straße biegen.
Hochgepflasterte Einmündungen in die Nebenstraßen sollen zusätzlich dafür sorgen, dass Autofahrer auf die Bremse treten, wenn sie abbiegen. Derartige Schwellen auch entlang der Humboldtstraße anzubringen, wie von einer Anwohnerin vorgeschlagen, lehnt das ASV ab. Wenn es hochgepflasterte Einmündungen gäbe, würde die Humboldtstraße zur Vorfahrtsstraße werden. Bislang gilt dort rechts vor links.
Mehr Fahrradbügel
Was die Parkplätze angeht, solle alles beim Alten bleiben, erklärte Oliver Iversen. Die Parkstreifen entlang der Straßen sollen aber auf zweieinhalb Meter verbreitert werden, damit es einen Puffer zwischen aufgehenden Autotüren und den Verkehrsteilnehmern auf der Fahrbahn gibt. An Fahrradstellplätzen soll aufgestockt werden. "Ich hätte hinterher gern genauso viele Fahrradstellplätze wie Parkplätze", sagte Iversen. Fahrradbügel sollen es richten.
Wegen der Autoparkplätze macht sich Unmut unter den Anwohnern breit. Einige wünschen sich mehr, als es heute gibt, weil längst nicht jeder in Wohnungsnähe einen Parkplatz bekommt. Der Vorschlag eines Nachbarn war, mehr schräge Parkplätze zu schaffen, wie es sie im Westen der Humboldtstraße gibt. Das ASV lehnt das ab, weil rückwärts ausparkende Autofahrer Radfahrer auf der Straße übersehen könnten.
Albrecht Genzel vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) stellte ein gelungenes Beispiel für Fahrradstraßen in Bremen vor. Sein Kollege Klaus-Peter Land warb um Vertrauen in das Konzept Fahrradstraße. "Wir hatten genau dieselben Diskussionen in Schwachhausen, als es darum ging, die Wachmannstraße in eine Fahrradstraße umzuwandeln." Letztlich sei die Wachmannstraße inzwischen zu einem Vorzeigeobjekt geworden. Der Beirat der Östlichen Vorstadt will im März über die Umstrukturierung der Humboldtstraße beraten und Stellung nehmen.



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