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Ostertor. Strahlend sitzt der siebenjährige Jakob aus der Mond-Klasse am Klavier und schaut auf die noch leere Bühne. Aufgeregt ist er nicht. Im Gegenteil: "Ich find's schön, dass man vor so vielen Leuten spielen kann", sagt der Erstklässler .
Und dass er die Nerven hat, beweist er eine Stunde später mit einem fehlerfreien Auftritt am Klavier. Mit dem Kinderlied "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" hofft er das Publikum zu begeistern. Denn dann ist die Chance groß, dass viele Mütter und Väter für das Kinderhaus in Diani, Kenia, spenden. Ein Projekt, für das die Bürgermeister-Smidt-Schule im Jahr 2008, nach einem großen Afrikafest, die Patenschaft übernommen hatte.
Der von dem Bremer Ehepaar Heike und Heinz Isbrecht ins Leben gerufene Verein "Kindergarten in Diani" unterstützt zur Zeit insgesamt 125 Mädchen und Jungen in Kenia. Vom Gründungsjahr 2003 bis heute sind ein Kindergarten und kürzlich eine eigene Grundschule errichtet worden.
Manfred Lindner aus Achim ist 2007 in das Projekt eingestiegen. Als einer von acht Komiteemitgliedern ist er vor wenigen Tagen aus Kenia zurückgekehrt. "Ich war gerade dort, um die neuen Kinder zu registrieren", sagt er. Beim Benefizkonzert stellte er das Projekt der Schulgemeinschaft vor. Um den Kindern und Eltern zu zeigen, was rund 7000 Kilometer von ihnen entfernt mit dem Geld passiert, wurden Fotos gezeigt. "Wir haben uns das Ziel gesetzt, den Kindern zu helfen, die ohne unsere Unterstützung keine Schulausbildung erhalten würden", erklärt Manfred Lindner.
Klar, dass diese Bilder alle noch mehr motivieren, ihr Bestes zu geben. Trotzdem, so viel Zuhören ist anstrengend. "Psst", ruft Musiklehrerin Christina Richter in die Runde. Aber es wird nur langsam still in der Turnhalle. Da hilft nur eins: Bewegung. Mit einem afrikanischen Mitmachstück regt Christina Richter das Publikum zum Mitmachen an. "Hey si mama, hey si mama, hey si mama ka" , singen, klatschen und stampfen Groß und Klein im Takt.
Dann wird es noch einmal still. "Wir hören jetzt eine Sonatine von der Sara, und dafür muss es ganz ruhig sein", sagt die Musiklehrerin, und schon wird es still. Lauter Applaus aber schallt durch die Halle, als Sara ihren Auftritt beendet hat. Und dann ist endlich die Band-AG an der Reihe. Charlotte (10) und Elisabeth (9) waren schon ganz zappelig. Als letzter Programmpunkt mussten sie geduldig warten - und hatten noch Zeit für ein kurzes Gespräch mit der Zeitung. "Wir haben Lieder vorgeschlagen und unser Lehrer hat uns dann die Noten besorgt", erzählt Charlotte begeistert. Mit silbernem Glitzerjäckchen und ein wenig Schminke sind sie und Elisabeth schon fast so gekleidet wie die großen Stars.
Mit den deutschen Popsongs "Vom selben Stern" und "Elektrisches Gefühl" reißt die Band-AG auch die letzten Besucher mit. "Ich musste nur am Anfang ein bisschen lachen", sagt Elisabeth nach ihrem Auftritt. Auf die Frage, welches Lied ihr besser gefalle, sagt Charlotte: ",Elektrisches Gefühl'. Das habe ich selbst vorgeschlagen." Auch wenn nicht immer alle Töne stimmten, waren am Ende doch alle Zuhörer beeindruckt und verabschiedeten die Schulband mit einem überschwänglichen Applaus.
Es war ein Abend, an dem alles klappte. Von harmonischen Klavierklängen über laute Schlagzeugstudien bis hin zu sanften Tönen auf der Harfe war für jeden etwas dabei. Für die Afrikaatmosphäre sorgten Elefanten und Löwen aus Plüsch, selbstgemalte Bilder von und über Afrika, Fotos der Kinder in Diani und Bänder in Orange, Gelb und Rot, die sich viele Schülerinnen und Schüler um den Kopf gebunden hatten. "Die bunten Bänder sind die Farben Afrikas und ein Symbol für das Land", erklärte Musiklehrer Stefan Palazzo.
Gelohnt hatte sich die Mühe auch. Mit insgesamt 860 Euro Spendeneinnahmen ist der Verein Kid Kenia seinem Ziel, einer sich selbst finanzierenden Schule, wieder ein Stück näher gekommen.
Der Verein Kindergarten in Diani ist unter der Telefonnummer 703583 zu erreichen. Die E-Mail-Adresse: info@kid-kenia.de



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