Laut Michel Büch ist die Grundstimmung des Stücks mit dem Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ von Jean-Pierre Jeunet zu vergleichen: durchzogen von einer fröhlichen Traurigkeit. Die Hauptfigur Tilly fasziniere und verwirre mit ihrem Charme vier Mitmenschen. Dadurch gerate alles aus den Fugen, erklärt Büch die einfache Handlung des Stücks. Dennoch beschäftige man sich mit tiefer gehenden Fragen. „Kann Liebe auf eine Person gerichtet sein und die Ganzheit der Person erfassen? Was passiert, wenn du die Person nicht kriegen kann, wenn du klammerst wie blöde?“, führt der Regisseur Beispiele an.
Auch die Hauptemotion des Theaterstücks, die Melancholie, wird in dem Werk näher beleuchtet. Dabei gilt es, mit Vorurteilen aufzuräumen. Melancholie werde heutzutage leicht mit der Depression verwechselt, sagt Michel Büch. „Eigentlich ist Melancholie aber eine Emotion, die sehr kreativ und künstlerisch ist. Und in diesem Stück ist sie sogar erotisch.“
Europäische und amerikanische Gegensätze
„Melancholie“ stammt aus der Feder der Amerikanerin Sarah Ruhl, die mit dem Stück auch europäische und amerikanische Gegensätze aufzeigen möchte. „Der europäischen Melancholie wird die amerikanische Mentalität gegenübergestellt, die fröhlich und optimistisch ist“, erklärt Michel Büch.
An dem Werk habe ihn vor allem die Mischung unterschiedlicher Darstellungsformen gereizt, sagt der Jungregisseur: „Es hat krass blöde Komik, alberne Momente, es ist geschrieben als Farce, hat aber auch unglaublich tragische Momente.“
Die Theatergruppe Alsomirschmeckts! wurde im vergangenen Jahr gegründet und trat mit „Fette Männer im Rock“ und „Drei Mal Leben“ auch schon in Hildesheim und Lehrte auf.
„Melancholie“ wird vom 8. bis 12. Oktober im Theaterhaus Schnürschuh, am 16. und 17. Oktober im Theatersaal der Universität Bremen und am 3. sowie 4. November im Kulturzentrum Schlachthof aufgeführt.
Weitere Informationen unter www.alsomirschmeckts-theater.de.

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