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Die 34-Jährige hat einen Mitbewohner bei einer Eigentümerversammlung zur Rede gestellt, weil er ein Loch in den Zaun geflext habe, der die neue Siedlung mit insgesamt rund 450 Wohnungen von der Kleinen Weser trennt. Außerdem habe Kliem beobachtet, wie der Miteigentümer Sträucher und Gehölz in dem Kleinen Stadtwerderwald absägte, um sich seine eigene Schneise zum Fluss zu schaffen. Der Mitbewohner habe geantwortet: "Uns ist versprochen worden, dass die Bäume abgeholzt werden und wir vier Schneisen bekommen." Also sei er im Recht.
"Man kann aber doch nicht einfach diesen schönen Wald abholzen und sich seine eigene Schneisen schaffen, nur weil man zu faul ist, 50 Meter zur bereits bestehenden Schneise an der roten Eiche zu fahren.", sagt Kliem. Sie habe dem "Hardliner" in Riva II mit einer Anzeige gedroht, wenn er sich erneut an dem von der Bürgerinitiative wieder eingesetzten Stück im Zaun oder an dem Unterholz zu schaffen mache. "Wir sind doch primär hergezogen, weil die Lage so schön ist, und nicht weil wir eine freie Sicht auf die Kleine Weser wollen", sagt Kliem. Im Gegenteil: Bewohner im Erdgeschoss oder Nachbarn in der ersten Etage freuten sich sogar über die Bäume als Sichtschutz vor neugierigen Spaziergängerblicken vom Weg entlang der Kleinen Weser, so Kliem. "Im Idealfall wird gar keine Schneise geschlagen." Deswegen werde sie zusammen mit anderen Bewohnern des Vorderen Stadtwerders auch an der feierlichen Einweihung der roten Eiche als Mahnmal gegen Baumfrevel am Sonntag, 16. Oktober, 14 bis 17 Uhr,
teilnehmen.
Der Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Vorderer Stadtwerder (EVS), Hans F. Rosenboom, hatte zuvor in einem Schreiben an die Initiative jegliche Verantwortung für den Schutzzaun und das Wegekonzept zurückgewiesen und auf "eine eigene Meinung" der Bewohner verwiesen. Außerdem habe EVS weder eine alte Eiche abgesägt noch den Bauzaun zwischen Grünstreifen und Baugebiet geöffnet.
Zu dem Herbstfest der Initiative "Kleiner Stadtwerderwald" haben sich auch Umweltstaatsrat Wolfgang Golasowski und Vertreter des Neustädter Beirats angekündigt. Das Mitglied der Initiative, Gerhard Bomhoff, sagte, dass nicht nur Bewohner von RIVA II, sondern auch RIVA I-Bewohner sich ihm gegenüber für den Erhalt des Waldes ausgesprochen haben. Das Gebäude RIVA I liegt direkt vor der Eiche, die angesägt wurde, bevor sie die Baumschützer rot anmalten und am 16. Oktober als Mahnmal gegen Baumfrevel einweihen wollen. Außerdem stellt die Initiative den Stadtwerderwald-Kalender 2012 vor, während ein sogenannter Stadtwerderwaldchor namens "Die Krähenfüße" die Veranstaltung musisch untermalt.



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