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Buntentor. Sadrac und Stervenson sind seit 2003 Bremer. Geboren sind die beiden auf der Insel Hispaniola, die zu Haiti gehört, südlich von Kuba und westlich von Hawaii in der Karibik liegt. Ute und Joachim Licht aus dem Buntentor, die sich in der Haiti- Kinderhilfe engagieren und gerade wieder einen Hilfstransport organisieren, haben die heute zwölf- und 13-jährigen Jungen vor acht Jahren und die damals dreijährige Julia Agena 2006 in Port au Prince abgeholt und adoptiert.
Hurrikane richteten bereits 2004 und 2008 große Schäden auf Haiti an. Nur etwa 25 Kilometer entfernt von Port au Prince lag am 12. Januar 2010 das Epizentrum eines katastrophalen Erdbebens. Bis zum 24. Januar folgten 52 Nachbeben. Nach haitianischen Schätzungen gab es 300 000 Tote und über 1,5 Millionen Obdachlose. Nahezu 300 000 Gebäude sollen eingestürzt sein. Die Welt nahm Anteil. Auch Bremer halfen. Der Wiederaufbau aber kam nicht in Schwung, auch wegen der Machtkämpfe innerhalb der Politik.
Im Oktober 2010 brach die Cholera aus. 4700 der 270 000 Infizierten starben innerhalb eines Jahres. Haitis Politiker warfen den Hilfsorganisationen vor, die Krankheit eingeschleppt zu haben. Im November 2010 wurden Wahlen abgehalten. Michel Joseph Martelly, ein Sänger, der unter dem Namen "Sweet Micky" auftritt, entschied die Stichwahl am 20. März 2011 für sich und wurde vereidigt.
Zentrale in der Pfalz
Ute und Joachim Licht haben Roswitha Weiß auf Haiti kennen gelernt, die von Rockenhausen in der Pfalz aus die Aktivitäten der Haiti-Kinderhilfe lenkt. Der Verein unterstützt die haitianische Bevölkerung nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, und zwar bewusst mit kleinen Projekten. Viele Vereinsmitglieder haben nach dem Erdbeben Patenschaften für Kinder auf Haiti übernommen oder sogar haitianische Mädchen oder Jungen adoptiert.
Von Bremen aus organisieren Ute und Joachim Licht eine Spendenlieferung. Am Sonnabend, 14. Januar, werden sie in der Nähe von Hannover Sachspenden 67 Kubikmeter großen Container verstauen, der nach Port au Prince geschickt wird. "Über Hilfe würden wir uns sehr freuen", sagt Joachim Licht. "Möglichkeiten gibt es viele. Wir brauchen einen günstigen oder kostenlosen LKW für den Transport nach Hannover und Hilfe beim Packen. Und wir sammeln Sachspenden in Bremen."
Die Lichts unterstützen unter anderem ein Schulbauprojekt namens "Billiguy". Zu den Sachspenden gehören 40 Tische und die passenden Stühle, in Bremen ausrangiert, aber stabil. Auch Bausätze für Solarlampen und ganze Solaröfen sind versandfertig. Zwei Netze passen prima in die Zwischenräume. Auf dem Pausenhof einer Schule sollen sie gemeinsam mit alten Wasserrohren zu Fußballtoren für den Sportunterricht werden. Die Schulen, denen geholfen wird, erheben nicht das übliche Schulgeld und haben deshalb kaum Eigenmittel.
Über das bestehende Netzwerk der Haiti-Kinderhilfe werden die Spenden verteilt. Ute und Joachim Licht haben aufgelistet, was vordringlich gebraucht wird: Krankenhausbedarf für die Kinderklinik wie Gummihandschuhe, Verbandsmaterial, Blutdruckmessgeräte, Baby- und Kinderwaagen, Stethoskope, ein Sonographiegerät für Bauch und Becken, Labortestmaterialien, auch für Aids, Mullbinden, Einwegspritzen mit dünnen Nadeln, Röntgenfilme für Zähne und Kiefer.
Auch funktionsfähige Tretnähmaschinen werden gebraucht und Kinderrollstühle, Schulranzen und Rucksäcke, Tafelkreiden, Hefte und Solartaschenrechner. Und wo noch etwas in den Container passt, sollen Bettlaken, Handtücher und Bestecke die Lücken füllen.
Hilfe, die in keinen Container passt, ist ebenso willkommen: Patenschaften sind immer noch möglich. Einige junge Haitianerinnen und Haitianer mit deutschen Paten haben Informatik studiert. Sie richten gebrauchte Computer mit Lernprogrammen und Internetzugängen her, um es weiteren Patenkindern zu ermöglichen, in ihre Fußstapfen zu treten.
Während Kinder in Haiti auf Schulunterricht warten, lernen Sadrac, Stervenson und Julia Agena in Bremen Französisch. Sie lernen die Wurzeln ihrer Muttersprache neu.
Internet: www.Haiti-Kinderhilfe.com. E-Mail: info@haiti-kinderhilfe.com. Persönlicher Kontakt: Roswitha Weiß, Telefon 06361/459 0698, Ute und Joachim Licht, Telefon 55 55 84.



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