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Neustadt. Wenn man den Geburtstagskuchen vor lauter Kerzen nicht mehr sieht, liegt ein langes Leben hinter dem Geburtstagskind. Am 29. Dezember wurde Hans Rossow 101. "Der Geburtstag war ganz munter mit vielen Leuten, auch mit vielen mir unbekannten Personen. Die Stimmung war sehr freundlich", erinnert sich Rosso an die Feier im Caritas Altenzentrum St. Michael. "Ich habe in meinem Leben und in fast 65 Jahren Ehe viel erlebt, was wert gewesen wäre, aufgeschrieben zu werden. Leider leide ich seit vergangenem Jahr an einer Erkrankung der Augen, was mir das Schreiben unmöglich macht", bedauert Hans Rossow. Am 10. Mai wollen seine 92-jährige Frau Betty und er den 65. Hochzeitstag feiern. Er hofft sehr, dass er diesen Tag noch erleben darf.
Seit den 90er-Jahren wohnt das Ehepaar im Altenzentrum. Wenn Hans Rossow zurückblickt, sind immer wieder Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg präsent: "Damals geriet unsere ganze Division in russische Gefangenschaft, jedoch hat uns die Luftwaffe damals die Flucht ermöglicht", erinnert sich Rossow. Als Soldat habe er sich allerdings nicht gefühlt: "Ich war immer eher Zivilist. Ich hatte einen Schreibposten oder ähnliches. Leider wurde ich dann doch irgendwann zum Motorradmelder gemacht und wurde dreimal angeschossen. Da habe ich einen guten Freund sterben sehen", erzählt der Rentner noch heute sichtlich bewegt.
Seine beiden Kinder liegen ihm sehr am Herzen. "Einer meiner Söhne wohnt heute in Schweden, der ist damals ausgewandert und hat sich dort eine Existenz aufgebaut", erklärt der gebürtige Stettiner stolz.
Bis in die 90er-Jahre hinein wohnten die Eheleute in einem Selbstbau-Haus, wie Hans Rossow es nennt: "An diesem Haus haben meine Frau und ich fast 30 Jahre lang gearbeitet. Vor allem im Garten haben wir viel getan und Bäume und Pflanzen hochgezogen. Irgendwann konnte ich keine Bäume mehr hochklettern und ein Nachbar hat mich auf das Altenzentrum St. Michael aufmerksam gemacht. Das hat uns gefallen und seitdem leben wir hier."



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