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Buntentor. Blaue Lichter strömen auf die Bühne, wirbeln umher und formieren sich zu Sternbildern. "Himmelssphären" heißt das Stück, das von Kindern im Schnürschuh-Theater am Buntentorsteinweg am Sonnabend aufgeführt worden ist. Tanzschülerinnen von Hannele Järvinen stellten tänzerisch dar, was der Polarhimmel an Lichtern zeigt: Sternschnuppen, Polarlichter oder Eiskristalle.
Die Tänzerin, Choreografin und Pädagogin Hannele Järvinen stammt aus Tampere, hat Anfang der 80er-Jahre an der Rambert School of Ballet in London studiert und als Darstellerin im Ensemble von Reinhild Hoffmann in Bremen und Bochum gearbeitet. Die freie Tänzerin und Choreografin unterrichtet heute in der Tanzschule Erika Schermeier an der Rembertistraße. Selbst der jüngste Schüler, ein Fünfjähriger, hat schon drei Jahre Tanzerfahrung und bereits mehrere Auftritte hinter sich.
Diesmal sollen die Kinder in "Himmelssphären" eintauchen. Die Mädchen ziehen Schleier hinter sich her und legen sie sich über den Körper. Die flatternden Schleier stellen das Lichterspiel der in den nördlichen Polargebieten am Nachthimmel tanzenden Polarlichter dar.
Dias von Günter Böttcher
Günter und Margret Böttcher aus der Neustadt kennen dieses Naturschauspiel aus eigenem Erleben. Die Gründer der Lappland-Initiative haben die Region in den vergangenen Jahrzehnten häufig besucht und haben viele Freunde unter den Sami, den Ureinwohnern Nordfinnlands und der russischen Kola-Halbinsel. Einige der Polarlichtdias von Günter Böttcher bildeteten, auf locker hängende Leintücher projiziert, die Kulisse der Tanzabende im Schnürschuh-Theater. Eine größere Auswahl zeigte Böttcher am Sonntag als Tonbildreportage.
Bei der Tanzpremiere am Freitagabend hatten Hannele Järvinen, Anne Heinz, Laura Hannah Bonkowski, Olga-Venla Damigella, Mathilda Dethleffsen, Stephanie Seeber, Julia Sept, Marlies Siebrand und die hervorragende Gastsolistin Paloma Thorausch unter anderem zu Musikstücken von Arvo Pärt, John Cage, Anton Webern und Richard Strauss, aber auch zu Naturlauten getanzt. Die Atmosphäre war meditativ, die Harmonie zwischen Günter Böttchers Polarlichtaufnahmen, der Musik und den Bewegungen beeindruckend. Hannele Järvinens Tanz mit einer großen Astgabel war künstlerisch ausgereift und einer der Höhepunkte des Abends. Ein weiterer folgte als Gruppenchoreografie: Als die Tänzerinnen vor der Kulisse eines Waldes auftraten, hinter dem rötliches und dann gelbliches Polarlicht leuchtete, wurden sie eins mit der fotografierten Natur.
Zur Vorbereitung auf ihren Auftritt am Sonnabendnachmittag hatte die Tänzerin ihren ganz jungen Eleven einige Fotos von Polarlichtern gezeigt. "Das ist absolute Kinderwelt", sagt Hannele Järvinen. Eine starre Choreografie hatte sie den Kindern nicht vorgegeben, aber eine feste Struktur, in deren Rahmen sie frei waren. Aufgeregt waren einige der Kleinen trotzdem bis zum Schlussapplaus, und gerade bei den Jüngsten stand Hannele Järvinen an der Seite der Bühne. Hier und da musste sie den Kleinen noch die eine oder andere Figur zuflüstern, damit sie sich in den Himmelssphären zurechtfanden: im Zweifelsfall immer den Polarlichtern nach.
Mehr über die Lappland-Initiative unter Telefon 1732271 bei den Böttchers.



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