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Buntentor. Blaue Lichter strömen auf die Bühne, wirbeln umher und formieren sich zu Sternbildern. "Himmelssphären" heißt das Stück, das von Kindern im Schnürschuh-Theater am Buntentorsteinweg am Sonnabend aufgeführt worden ist. Tanzschülerinnen von Hannele Järvinen stellten tänzerisch dar, was der Polarhimmel an Lichtern zeigt: Sternschnuppen, Polarlichter oder Eiskristalle.
Die Tänzerin, Choreografin und Pädagogin Hannele Järvinen stammt aus Tampere, hat Anfang der 80er-Jahre an der Rambert School of Ballet in London studiert und als Darstellerin im Ensemble von Reinhild Hoffmann in Bremen und Bochum gearbeitet. Ein Stipendium ermöglichte es ihr 1991 ein Aufbaustudium an der Folkwang-Schule in Essen. Zehn Jahre später machte sie ihr Diplom als Pädagogin und Lehrerin für Bühnentanz an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. In Bremen hat freie Tänzerin bereits einige größere Projekte verwirklicht. Außerdem arbeitet sie in der Tanzschule Erika Schermeier an der Rembertistraße. Selbst der jüngste Schüler, ein Fünfjähriger, hat schon drei Jahre Tanzerfahrung und bereits mehrere Auftritte hinter sich.
Diesmal sollen die Kinder in "Himmelssphären" eintauchen. Die Mädchen ziehen Schleier hinter sich her und legen sie sich über den Körper. Die flatternden Schleier stellen das Lichterspiel der in den nördlichen Polargebieten am Nachthimmel tanzenden Polarlichter dar. Günter und Margret Böttcher aus der Neustadt kennen dieses Naturschauspiel aus eigenem Erleben. Die Gründer der Lappland-Initiative haben die Region in den vergangenen Jahrzehnten häufig besucht und haben viele Freunde unter den Sami, den Ureinwohnern Nordfinnlands und der russischen Kola-Halbinsel.
Fotos von Günter Böttcher
Einige der Polarlichtdias von Günter Böttcher bildeteten, auf locker hängende Leintücher projiziert, die Kulisse der Tanzabende im Schnürschuh-Theater. "Die Kinder sollten eigentlich auch vor den Polarlichtern tanzen, aber das ging nicht", erzählte der Hobbyfotograf nach einer Probe. "Sie haben aufgehört zu tanzen und sich die Bilder angesehen." Eine größere Auswahl seiner atemberaubend schönen Fotos zeigte Günter Böttcher am Sonntag als Tonbildreportage "Nordlicht - Rentierscheidung in der Polarnacht".
Bei der Tanzpremiere am Freitagabend hatten Hannele Järvinen, Anne Heinz, Laura Hannah Bonkowski, Olga-Venla Damigella, Mathilda Dethleffsen, Stephanie Seeber, Julia Sept, Marlies Siebrand und die hervorragende Gastsolistin Paloma Thorausch unter anderem zur Musikstücken von Arvo Pärt, John Cage, Anton Webern und Richard Strauss, aber auch zu Naturlauten getanzt.
Die Atmosphäre des Tanzabends war meditativ, die Harmonie zwischen Günter Böttchers Polarlichtaufnahmen, der Musik und den fließenden Bewegungen beeindruckend. Hannele Järvinens Solo mit einer großen Astgabel war künstlerisch ausgereift und wirkte als einer der Höhepunkte des Abends nach. Ein weiterer folgte in Form einer Gruppenchoreografie: Als die Tänzerinnen vor der Kulisse eines Waldes auftraten, hinter dem rötliches und dann gelbliches Polarlicht leuchtete, wurden sie eins mit der fotografierten Natur.
Zur Vorbereitung auf ihren Auftritt am Sonnabendnachmittag im Schnürschuh-Theater hatte Hannele Järvinen ihren ganz jungen Eleven von Polarlichtern erzählt. "Das ist absolute Kinderwelt", sagt die finnische Tänzerin. Eine starre Choreografie hatte sie den Kindern nicht vorgegeben, aber eine feste Struktur, in deren Rahmen sie frei waren.
Aufgeregt waren einige der Kleinen trotzdem bis zum Schlussapplaus, und gerade bei den Jüngsten stand Hannele Järvinen an der Seite der Bühne. Hier und da musste sie den Kleinen noch die eine oder andere Figur zuflüstern, damit sie sich in den Himmelssphären zurechtfanden: im Zweifelsfall immer dem Polarlicht nach.
Mehr über die Lappland-Initiatve unter Telefon 1732271 (Böttcher), mehr über die Tanzschule auf www.tanzschule-schermeier.de.



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