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Von SABINE GRULKE
Neustadt. Auch wenn es in diesen Tagen nicht mehr ganz so kalt ist, sind gerade wohnungslose Menschen in Bremen in einer schwierigen Situation. "Wir Suppenengel versorgen nicht nur gegen Monatsende um die 200 Personen direkt auf der Straße mit einer warmen Mahlzeit und heißen Getränken", erklärt Gabriele Hüttinger, die vor 15 Jahren die "Suppenengel-Initiative für Obdachlose und Bedürftige (IFOB) " gegründet hat. Um an zusätzliches Geld für weitere Hilfen zu kommen, laden die Suppenengel am Sonntag, 26. Februar, zu einem Benefizkonzert mit dem Cellisten Thomas Beckmann ein.
Veranstaltungsort ist die St.-Jakobi-Kirche im Kirchweg in der Neustadt. Beginn ist um 17 Uhr, der Eintritt ist frei. Die Suppenengel hoffen auf eine angemessene Spende zu ihren eigenen Gunsten und zugunsten des bundesweiten Obdachlosen-Vereins "Gemeinsam gegen Kälte". Für diesen Verein, den Thomas Beckmann 1996 gegründet hat, ist er bereits zum 13. Mal auf einer Benefiz-Tournee in vielen Städten Deutschlands.
Beckmann hat seine Tour am 9. Februar in Lüdenscheid begonnen. Enden wird sie am 6. April im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie in der Bundeshauptstadt. Obwohl die Konzerte fast überall Eintritt kosten, "ist es bei uns frei", sagt Hüttinger und erklärt auch warum: "Wir sind seit fünf Jahren Gast in der Jakobi-Gemeinde, und in der St.-Jakobi-Kirche sind alle Konzerte kostenlos." Der Spendenerlös wird im Anschluss zwischen den Bremer Suppenengeln und dem Verein "Gemeinsam gegen Kälte" aufgeteilt.
Musikalisch wird Beckmann, 1957 in Düsseldorf geboren, am Sonntag Stücke von Antonio Vivaldi, Johann Sebastian Bach und Charlie Chaplin darbieten. Der Cellist wird sein Konzert mit einem Stück aus dem Barock, der Sonate in e-Moll von Vivaldi, beginnen. Folgen wird eine Suite von Bach, bevor es dann am Schluss heißt "Oh! That cello" von Charlie Chaplin. Chaplin komponierte nicht nur Musik zu seinen Filmen, sondern war auch ein talentierter Cello-Spieler. 1986 schon hatte Beckmann Chaplins Werke für sich entdeckt und sie auf einer CD veröffentlicht, die recht erfolgreich verkauft wurde.
Cello eines Pariser Bettlers
Passend zu Thomas Beckmanns Anliegen, das Herz der Menschen für die Not vor der Haustür zu öffnen, heißt sein wertvolles Instrument "Il Mendicante", zu deutsch: der Bettler. Gebaut hat es Guadagnini, ein Schüler Stradivaris. Beckmanns Vater kaufte es seinem Sohn in den 1970er-Jahren. Der Händler machte sie damals darauf aufmerksam, dass das Cello im 19. Jahrhundert einem Pariser Bettler gehört haben soll, der es "wegen seines unvergleichlichen Klanges selbst um den Preis der Armut nicht verkauft habe", berichtet Thomas Beckmann auf der Homepage von www.gemeinsam-gegen-Kälte.de. Weiterhin schildert der Musiker dort, dass ihm "schon als Schüler die Obdachlosigkeit am Herzen lag".
"Ich habe drei Jahre gekämpft, dass Beckmann auch mal für die Suppenengel spielt", erzählt Hüttinger und freut sich darüber, dass das Swiss-Hotel den Aufenthalt des Musikers sponsort. Sie ist glücklich über jede Spende, von denen der Verein ausschließlich seine Arbeit finanziert. "Und wenn die Kälte weg ist, denkt auch keiner mehr an die Obdachlosen - bis nächstes Weihnachten", weiß Hüttinger. Deshalb ist sie froh über eine Spende in Höhe von 1000 Euro, die der Verein kürzlich bekommen hat. Davon konnten lange Unterhosen und Schuhe für zahlreiche Obdachlose gekauft werden.
Das Cello-Konzert mit Thomas Beckmann ist am Sonntag, 26. Februar, 17 Uhr, in der St.-Jakobi-Kirche, Kirchweg 57. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten. Nähere Informationen gibt es unter www.suppenengel.de.



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