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Auf der Tour gemeinsam mit Mitgliedern des Beirats verschaffte sich Polzin einen Überblick über die Verkehrsprobleme und Straßenverhältnisse. "Die Problematik an den Schulen entsteht vor allem durch den Hol- und Bringverkehr, den die Eltern verursachen", hat Polzin erkannt. Zwar sei nicht genügend Platz im Straßenraum vorhanden, die Eltern würden aber trotzdem anhalten, um ihre Kinder zum Unterricht zu bringen oder abzuholen. Noch schwieriger sei die Situation am Kindergarten und an den Spielkreisen. "Dort beträgt die Haltezeit nicht selten fünf Minuten oder länger", so der Leiter der Verkehrsabteilung. Im Umfeld dieser Einrichtungen sieht der Experte deshalb zwar Handlungsbedarf. Konkrete Maßnahmen umzusetzen, sei aber schwierig. "Die Probleme sind vielfach selbstproduziert durch das Verhalten der Eltern, das man nicht ohne Weiteres ändern kann."
Ein grundsätzliches Problem in Oberneuland sieht Polzin in der mangelnden Breite der historischen Straßenräume von weniger als sechs Metern. "Für die Verkehrsmengen ist das zu eng", sagt er. Die Optimierungsmöglichkeiten seien jedoch begrenzt. "Das Straßenbild gehört zum dörflichen Charakter des Ortsteils, den wir auch nicht durch Baumaßnahmen ändern wollen." Auf der Liste des Behördenvertreters findet sich auch ein Anliegen, das auf der jüngsten Sitzung des Beirats beschlossen wurde: neue Wege für den landwirtschaftlichen Verkehr zu finden. "Entlang der Bahntrasse gibt es durchaus Möglichkeiten. Das betrifft aber zum Teil niedersächsisches Gebiet, sodass man darüber mit dem Landkreis Verden verhandeln muss."
Ausdrücklich begrüßt hat der Abteilungsleiter die Bildung eines Projektausschusses, der sich zunächst schwerpunktmäßig mit den Verkehrsproblemen in Oberneuland befassen wird. "Wir haben gebeten, Probleme zu benennen und sind da ganz offen", bietet Polzin Zusammenarbeit an. Anschließend sei es sinnvoll, gemeinsam nach Lösungen zu suchen. "Schwierig ist, wenn die Beiräte gleich Maßnahmen beschließen, die rechtlich oder finanziell nicht umsetzbar sind", argumentiert er. Um die Arbeit des Ausschusses zu unterstützen, sei die Behörde auch bereit, Daten zur Verfügung zu stellen. So ist vor dem Bau der Untertunnelung in Oberneuland eine Verkehrszählung geplant. Diese soll im Frühjahr erfolgen. Um Vergleichszahlen zu bekommen, soll nach dem Bau eine zweite Verkehrszählung gemacht werden. "Damit können wir feststellen, ob sich beim Verkehrsaufkommen durch die Tunnel etwas geändert hat", begründet Polzin die Maßnahmen.
Keine Verbesserung hat er dem Beirat beim vielfach kritisierten Zustand vieler Geh- und Radwege in Aussicht gestellt. Polzin: "Solange keine Verkehrsgefährdung vorliegt, machen wir da nichts. Für Verschönerungsarbeiten fehlt uns das Geld."



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