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Oberneuland. Grundsätzlich fällt das Urteil zur Inklusion an der Oberschule Rockwinkel in Oberneuland zwar positiv aus, im Detail gibt es jedoch durchaus Verbesserungsbedarf. So mahnte Schulleiterin Irene Kogel auf der jüngsten Sitzung des Bildungsausschusses den Einsatz von Sozialpädagogen an. Bei schwierigen Situationen mit verhaltensauffälligen Schülern sei die Schule nur unzureichend gerüstet.
An der Oberschule Rockwinkel werden seit vergangenem Jahr Schüler mit Behinderungen und besonderem Förderbedarf gemeinsam mit anderen Schülern unterrichtet. Probleme gab es bislang nur in der heutigen sechsten Klasse. "Das war anfangs eine Katastrophe, da wir mehrere Schüler hatten, die schwer verhaltensauffällig waren", so Schulleiterin Irene Kogel. Schließlich habe die Schule die Behörde eingeschaltet und gemeinsam eine Lösung gefunden. "Die fünfte Klasse funktioniert sehr gut", sagte sie.
"Wenn es Schwierigkeiten gibt, muss sich zurzeit die Schulleitung um eine Lösung bemühen. Das bindet viel Zeit und Energie", sagt Kogel. Sie fordert mehr Unterstützung durch geeignetes Personal. Zwar sei der Einsatz von mehr Sozialpädagogen geplant, über die Verteilung der Fachkräfte sei jedoch noch nichts bekannt.
Neben Schülern mit Einschränkungen werden auch einige Kriegswaisen aus Krisengebieten und Flüchtlingskinder an der Oberschule Rockwinkel unterrichtet. "Teilweise sind diese Schüler stark traumatisiert, sodass sie besonders intensive Betreuung brauchen", erzählt Kogel. Wichtig sei, flexibel auf die besonderen Bedürfnisse dieser Kinder einzugehen. Einige hätten sich bereits integriert und würden mit guten Leistungen am Unterricht teilnehmen. "Wir bemühen uns um jedes Kind, gucken, was es gut kann, und fördern das", sagt die Schulleiterin. Aktuell werden in Oberneuland 15 Inklusionskinder in einer Vorklasse gefördert, wo sie auf die Schule vorbereitet werden. Dazu kommen rund 13 Schüler in einer Anfangsklasse.
Für Stephan Stamp-Focke, stellvertretender Schulleiter, steht fest, dass Inklusionsklassen genauso gut bei Tests abschneiden wie andere Kurse. "Inklusionskinder erreichen nach den offiziellen Einstufungskriterien den Mindest- und manchmal auch den Regelstandard. Es ist kein Nachteil in einer solchen Klasse zu sein", betont der Pädagoge.
Gut überstanden hat die Oberschule Rockwinkel nach Angaben der Leitung die Stundenkürzungen aus dem vergangenen Jahr. Insgesamt muss die Einrichtung mit 56 Stunden weniger auskommen: davon 41 Stunden in der Oberstufe sowie 15 Stunden in der Sekundarstufe. Ziel der Stundenkürzung ist laut Irene Kogel, bremenweit 22 Stellen einzusparen. Einen Teil der Stunden habe die Schule bereits im Vorfeld eingespart. "So kurz vor den Sommerferien hätte das sonst auch gar nicht funktioniert", so Kogel. Durch unterschiedliche Umstände habe es "irgendwie funktioniert", mit den Kürzungen zurechtzukommen. "Wir haben unter dem Strich auch etwas eingespart, aber nicht die ganzen 56 Stunden", sagt die Schulleiterin.
Um die Zielmarke zu erreichen, wurden unter anderem Kurse zusammengelegt. "Das hätten wir aber sowieso getan. Wir können keine Kurse mit acht oder 15 Schülern laufen lassen", sagt Stephan Stamp-Focke. Vorgabe in der Qualifizierungsphase sind 25 Schüler in jedem der vier Profile.
Obwohl bereits seit geraumer Zeit eine Kooperation mit der Wilhelm-Focke-Oberschule in Horn-Lehe besteht, wechseln laut Schulleitung "nicht sehr viele Schüler" von dort nach Rockwinkel. "Warum das so ist, weiß ich nicht. Wir stellen uns schon in der Mittelstufe vor", sagt Kogel.



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