An der Verschenkaktion wirkten vom Einsammeln bis zur Ausgabe wieder 90 Gemeindemitglieder unentgeldlich mit. In nur eineinhalb Stunden wechselten mehrere Tonnen Kleidung, Spiele oder Kinderwagen die Besitzer. Bei frühlingshafter Witterung zeigten viele Besucher stolz ihre neuen Errungenschaften den Freunden auf dem Vorplatz der Christengemeinde.
Gusel Ataeva aus Huchting sucht mit Helga Kühn-Ehlers von den Freien Christen nach etwas Passendem für drei Kinder in unterschiedlichem Alter. Die Waren liegen sortiert auf Tischen aus, hinter denen die Helfer der Christengemeinde stehen und beim Aussuchen behilflich sind. Ataeva ist bereits das sechste Mal dort und erzählt, dass schon morgens um neun Uhr die ersten Kunden vor den Türen stehen. Sie ist froh, für jedes Kind ein Kuscheltier mitnehmen zu können. Wenige Schritte weiter halten sich drei Freunde aus Ghana Hosen und Strickwaren an, um zu sehen, ob sie passen. Emmanuel Adrei hat Pullover und Sporthosen über dem Arm, während Emma und Forster Amankona einen blauen Plastiksack befüllen. "Nein, arbeitslos sind wir nicht, aber das Geld ist knapp, und die Sachen sind gut", sagt Emma Amankona gutgelaunt. Sie arbeitet in einer Mini-Bäckerei, während ihr Mann Forster Packer in einer Bremer Chemiefabrik ist. Niemand würde ihnen auf der Straße ansehen können, woher ein Teil ihrer
Garderobe stammt.
Organisatoren suchen Lagerraum
Johannes Stephens, Mitorganisator der Aktion, erzählt von der großer Dankbarkeit der Menschen. Ein Vater sagte zu Stephens: "Für mein Kind nehme ich gerne. Für mich kann ich nichts annehmen." Der Vater hätte vielleicht anders gehandelt, wenn er etwas mehr Hintergrundwissen gehabt hätte. Viele Kleidungsstücke für Kinder und Babys, Damen und deutlich weniger für Herren, die Kinderspielsachen und -wagen stammen größtenteils von den Flohmärkten Piccolino und Women. Dort sammeln und beladen zehn bis 15 Freiwillige der Christengemeinde einen zur Verfügung gestellten Lkw. Die Waren wollen die Aussteller nicht wieder mitnehmen und verschenken sie. Ergänzt wird das alles um Spenden der Gemeindemitglieder. Im Gemeindezentrum sortieren die Helfer alles nach Zustand und Größen. Da das Gemeindehaus nicht über ausreichend Lagerkapazitäten verfügt, suchen die Organisatoren nach einem möglichst kostenfreien Raum in der Nähe. Inzwischen wird die von den Christen sortierte Wäsche
auch an andere Bedürftige abgegeben.
In einer Kinderecke werden die Kleinen während der Aktion betreut, damit ihre Eltern ungestört Stöbern können. Kuchen liefert das Sozialwerk, der Kaffee wird vom Haus spendiert. Als Eintritt kassieren die Veranstalter einen Euro pro Nase. Zum einen als Anerkennung für ihre Arbeit und zur Übersicht über die Besucherzahlen. Von dem Erlös werden Kaffeeausschank und Flyer finanziert. "Auf Kontrolle der Bedürftigkeit verzichten wir ganz bewusst. Das ist an keinem Schein abzulesen", sagt Johannes Stephens. "Wir begegnen hier den Menschen in ihrer Not mit Hilfe. Wir missionieren nicht."
Die nächste Verschenkaktion findet am 4. Juni statt. Eine Kinderaktion unter dem Motto "Wundere dich nicht" ist am 22. März geplant. Am 6. Mai spielen die Planetshakers ein christliches Rock-Pop-Livekonzert in der Gemeinde Am Mohrenshof 1. Die Freie Christengemeinde ist erreichbar: Montag bis Freitag (außer Mittwoch) von 9 bis 12 Uhr, Telefon 80 94 00, buero@fcbremen.de, www.fcbremen.de



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