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Habenhausen. 220 Schülerinnen und Schüler aus neun Klassen der Oberschule Habenhausen haben sich eine Woche lang mit dem Thema "Mobbingfreie Schule - gemeinsam Klasse sein" beschäftigt und das Thema auf ihre eigene Art und in unterschiedlichen Formen präsentiert. "Wir hatten das Ziel, eine Bildergeschichte zu entwerfen. Jede Gruppe von Schülern hat dazu ein Thema aus dem Bereich Mobbing ausgewählt", erklärt der Lehrer der Klasse 6e, Rüdiger de Beek. So seien Bildergeschichten entstanden, die zum einen in gemalter Form und als Foto-Comic ausgestellt werden. Die Themen waren durchaus ernst: "Unser Thema heißt Mobbingmord, weil das Opfer am Ende in den Selbstmord getrieben wird", berichten drei Schülerinnen aus der 6e.
"Diese Woche hat nicht nur die Schülerinnen und Schüler für das Thema sensibilisiert, sondern auch uns Lehrer", findet Sheila Beringer. So habe auch sie gelernt, dass der Begriff Mobbing das Ärgern über einen längeren Zeitraum beschreibe. Oft seien die Langzeitfolgen verheerend. "Viele unserer Schüler haben von Mobbing-Erfahrungen aus der Grundschule berichtet. Bei unseren Einzelgesprächen flossen hin und wieder sogar Tränen", stellt Beringer fest.
Großes Interesse der Eltern
"Wir waren gespannt, ob das Projekt einschlagen würde. Schließlich bieten wir es zum ersten Mal an. Doch schon in der Wochenmitte haben wir gemerkt, dass die Kinder das Thema sehr gut aufnehmen und schnell dafür sensibilisiert werden", erklärt Lehrer Daniel Duensing. Die in den Präsentationen der Kinder gezeigten Ergebnisse sprachen Bände. Das große Interesse der Eltern hätte man erhofft, aber nicht erwartet. Für die Zeit nach der Projektwoche sei eine Evaluierung geplant, um dem Projekt nachhaltig zum Erfolg zu verhelfen. In den nächsten Jahren soll die Aktion wiederholt werden.
Die zahlreich erschienenen Eltern bekamen viel zu sehen. So konnten sie an Sozialspielen wie dem Verknotungsspiel teilnehmen. Dabei bilden die Teilnehmer einen Kreis, fassen sich an den Händen und verdrehen sich. Schließlich entsteht ein Menschenknäuel, welches von außen stehenden Personen entknotet werden muss. Alle Spiele zeigen auf, dass eine Gemeinschaft notwendig ist. So sei Mobbing auch kaum möglich, wenn sich jemand für das Opfer einsetze, hieß es.
Zum Abschluss referierte Markus Gerstmann vom Service- Bureau für Jugendinformation in Bremen zum Thema Cybermobbing. "Es geht nicht nur um die Gefahren des Internets, sondern auch, wie lebenswichtig es für die heutige Generation ist", erklärt Markus Gerstmann. Die Arten von Cybermobbing seien sehr vielfältig. So würden in sozialen Netzwerken unter hochgeladenen Bildern negative Kommentare gesetzt oder das Foto des Opfers mithilfe von Bildbearbeitungssoftware verunstaltet. Ein Problem sei auch das Lästern im Cyberspace. Im Klassenzimmer könne das Opfer oft nicht hören, was erzählt werde, im Internet könne man jedoch alles nachlesen. Oft verleite die Neugierde dazu, die Lästereien über die eigene Person mit zu verfolgen anstatt den Computer auszuschalten und das üble Gerede zu ignorieren. Dabei mache sich dieselbe Einsamkeit bemerkbar, wie bei Ausgrenzungen auf dem Schulhof.
"Der erste Satz der Kinder, wenn es um Mobbing geht, ist: Es ist ja nur Spaß", erklärt Markus Gerstmann. Von einer Überwachung des Computers durch die Eltern hält der Experte nichts. Das würde dem Vertrauen zwischen Eltern und Kind schaden. Und dieses Vertrauen werde gebraucht, damit sich die Kinder trauten, ihren Eltern von Mobbing-Vorfällen zu erzählen. Ein großes Problem seien sogenannte Hass-Gruppen.
Von einer "Hass-Gruppe" erzählt
"Bei einem Projekttag kam mal ein Mädchen auf mich zu und erzählte mir, dass es eine Hass-Gruppe gibt, in der 100 Menschen sind. Sie wusste, wer alles in dieser Gruppe war und versuchte, im Alltag den Personen aus dem Weg zu gehen. Wenn jemand bei Facebook schrieb, dass er gerade im Supermarkt ist, ging das Mädchen nicht in den Supermarkt", so der Fachmann für Cybermobbing. Das normale Nach-Draußen-Gehen, das junge Menschen gerne tun, habe sie nicht mehr gemacht. Am Ende sei die Schülerin in Therapie gewesen und schließlich umgezogen, um in einem neuen Umfeld anzufangen.
Alle Beteiligten waren sich am Ende der Projektwoche einig: Man muss öfter eine solche Projektwoche anbieten, um die Kinder frühzeitig über die Mobbing-Gefahren aufklären zu können.



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