Ein Unterstützerbündnis aus kirchlichen Trägern, der Stadt Bremen und entwicklungspolitisch engagierten Vereinen machte die BeN-WM zu einer Veranstaltung, die von Fußballspaß, Musik und Kreativität geprägt war. „Wir wollten zeigen, dass Lernen Spaß machen kann“, sagte Uli Barde vom Sportgarten. Vor oder nach dem Fußballmatch sollten die Klassen einen Parcours zu entwicklungspolitischen Themen durchlaufen.
„Mit dieser Veranstaltung wollen wir die WM 2010 in den Köpfen verankern“, sagte Christa Prätorius von dem im Steintor ansässigen Pan-Afrikanischen Kulturverein. Mit ihrem Mann Tala Awolola sorgte sie unter anderem für das nigerianische Mittagessen, die afrikanische Tanzmusik und ein Spiel zum Thema „Macht-Handel-Hunger“. Wer es richtig zusammenbaut, erfährt viel über den Zusammenhang zwischen Armutsursachen, Migration und Flucht am Beispiel der Handelsbeziehungen zwischen Westafrika und Europa.
Angela Hesse vom Diakonischen Werk Bremen zeigte einen in Mocambique spielenden Kurzfilm, der die Aids-Problematik mit dem Thema Fußball verbindet: Ein Vater rennt fluchend auf den Fußballplatz, weil seine Kinder eines seiner wenigen Kondome zum Bau eines Fußballs entwendet haben. „Das ist voll eklig, sowas aufzupusten“, berichtete Sherina Ogu aus der 7a der Gesamtschule West (GSW) in Gröpelingen. Mit ihren Mitschülerinnen Jessica Bartz und Ariana Aranauskaite aus Walle bastelte sie einen Fußball aus einem Kondom, Stoff und Garn.
Mühsame Arbeit
Einen anderen Zugang zum Thema Fußball vermittelte Holger Heß-Borski vom Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung (biz). Nur einen winzigen Bruchteil dessen, was ein WM-Fußball kostet, bekommen die, die ihn nähen, als Lohn.
Wie mühsam das Nähen von Bällen sein kann, konnten die Schüler vor Ort ausprobieren. Viele verdienten sich die vollen drei Punkte für „traumhaften Einsatz in Nähen und Zuhören.“ Uli Barde vom Sportgarten betonte, den Veranstaltern sei es wichtig, Schüler aus verschiedenen Schulformen einzuladen. „Afrika ist schließlich auch nicht Afrika und Bremen nicht Bremen. Wir wollten auch, dass sich hier Schüler aus verschiedenen Stadtteilen begegnen.“
Die Gewinner
Den ersten Platz in allen drei Kategorien sportliche Leistung, Teamgeist und Einsatz an den Stationen des Parcours belegte die Klasse 7s der Wilhelm-Olbers-Schule. Die Schülerinnen der Gesamtschule West hingegen konnten mit einer Sprachenvielfalt aufwarten, die bei dem im Frühjahr 2010 geplanten und um ein Vielfaches größeren „African School Cup“ auch noch klassenweise gewertet werden könnte: Wenn die drei Freundinnen zusammen sind, können sie sich auf Französisch, Englisch, Italienisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und natürlich auf Deutsch mit ihrer Umwelt verständigen.


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