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Wer Alvaro Solar schon mal gesehen hat, der weiß, dass er stets ein Feuerwerk der Erzählkunst abbrennt. Unter fantasievolle Geschichten, manchmal auch Anekdoten und vor allem philosophische Fragestellungen mischen sich dann einzelne Musikbeiträge, deren Rhythmen ins Blut gehen.
Premiere hatte der "Transitvogel" schon im Oktober, allerdings gab es bisher lediglich zwei Vorstellungen in Bremen: Ende November im Alten Pumpwerk. Der 1955 in Chile geborene Schauspieler, Regisseur und Musiker, der seit 1978 in Bremen lebt und im Viertel wohnt, hat sein neues Stück entwickelt vor dem Hintergrund "der Idee um die Frage der Identität": "Wer bin ich, woher komme ich, wohin gehe ich?"
Auf seine eigene Weise, "also auf poetische Art" (Solar) wollte er sich diesen Fragen nähern. Dazu hat er sich die Figur eines modernen Indianers ausgedacht: "Das ist eine Urgestalt, die bedeutet schon Kindern viel." Er mache "immer Themen, die jeden angehen", sagt der Künstler selbst von sich.
Sein Indianer glaubt, er gehöre zum Stamme der Sioux. Allerdings sitze er auf einem europäischen Flughafen fest, wo er "sich eine ganze Welt gebaut hat", sagt Solar: So etwas ist tatsächlich schon Menschen passiert. In der "modernen, verrückten Geschichte gibt es viel zu lachen", verrät er, obwohl sie "reifer ist als sonst meine Sachen". Denn immer mehr Menschen geht es wie dem "Transitvogel".
Der wartende Indianer trägt keinen Federschmuck, auch wenn sein Name "Seltsamer Vogel" ist. Seine Feder hat er verloren, und damit seine Identität. Die Suche wird zur Odyssee, denn keiner kann ihm helfen: weder der spanische Priester noch der Schamane noch der Große Häuptling "Ohr geschnitten" und schon gar nicht "Peter White", das "Bleichgesicht". Zuletzt sucht der Transitvogel eine Antwort bei "Schweigsame Blume" und seinem Feind "Miesgelaunter Wolf".
Eine "alte" Geschichte ist es also, dieses neue Solo-Projekt von Solar, aber mit neuer Brisanz. Ein Fremder sitzt in einer fremden Welt - das verspricht wieder einmal weinende, aber doch mehrheitlich lachende Zuschaueraugen. Denn der Schauspieler beherrscht sowohl Pantomime als auch das Fabulieren.
Alvaro Solar wird wieder in diverse Rollen schlüpfen, außerdem Gitarre und Percussion spielen, singen und besagtes Akkordeon zum Klingen bringen. Bisher hat er den "Transitvogel" schon mehrfach im Bremer Umland aufgeführt. "Es kommt sehr gut an", hat der Künstler erfahren. Für seine früheren Programme, unter anderem "Ibericus", "Johan Padan entdeckt Amerika" und "Socken, Lügen und Wein" hat er verschiedene Auszeichnungen erhalten.
Die Dramaturgie beim "Transitvogel" hat Matthias Praxenthaler übernommen. Für die Bühne und die Kostüme sorgt Cristina Collao, für den Ton Jo Jacobs. Die technische Realisation liegt in den Händen von Andreas Goehrt. Musik und Text stammen von Alvaro Solar.
Kartenreservierungen sind möglich über die Website www.weserterrassen.com oder telefonisch unter der Zentralnummer 549490. "Transitvogel", Theaterstück mit Alvaro Solar, Freitag, 3. Februar, 20 Uhr, im Bürgerhaus Weserterrassen, Osterdeich 70 b. Die Karten kosten 13 Euro, ermäßigt neun Euro.



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