| Das Wilhelm Kaisen-Quiz » |
Das neue Hulsbergviertel wird auf dem Gelände entstehen, das das Klinikum Bremen-Mitte ab etwa 2014 nicht mehr nutzt. "13,9 Hektar werden zur Umnutzung frei", sagte Robert Bücking, der sich von der Bürgerbeteiligung einiges verspricht. "Bisher arbeiten etwa 100 Leute an dem Projekt mit. Auf diese Mitarbeit bin ich stolz, die Leute machen mit ihrer Arbeit der Stadt ein Geschenk." Insgesamt 2000 Menschen könnten in das neue Quartier ziehen.
Allerdings beteiligt sich derzeit vor allem eine Bevölkerungsgruppe an der Diskussion - ergraute Deutsche, die der Ökoszene nahe stehen und vermutlich Geld für eine Eigentumswohnung hätten. "Unser Prozess hat anscheinend einen Filter, der manche Menschen nicht durchlässt. Leider erreichen Bürgerbeteiligungsprozesse oft nur höhere Schichten", bedauert der Ortsamtsleiter Mitte/Östliche Vorstadt.
Karl Bronke, Abteilungsleiter im Sozialressort, hatte sich im Gespräch mit dem Weser-Kurier ähnlich ausgedrückt: Anders als bei Neubaugebieten in Borgfeld oder in der Überseestadt sollten in Hulsbergviertel verschiedene Milieus vertreten sein - nicht nur die Mittelschicht. An der Entstehung des neuen Viertels sollten auch die mitwirken, die sich bei öffentlichen Anhörungen eher zurückhalten: Sozialhilfeempfänger, Wohnungslose, Migranten.
"Warum müssen es Migranten sein, die gefragt werden, da ist doch bereits die Trennung geschehen", meldete sich eine Frau im Kulturhof Peterswerder zu Wort. Die Trennung von "wir" und "ihr" führe zu nichts. Stattdessen solle man Freunde mit Migrationshintergrund zu begeistern versuchen. Andere meinten, die Informationen seien bei den 17 Bremer Migrationsvereinen bisher nicht angekommen.
"Heute wollen wir lernen, wie es funktioniert, die Leute aus anderen Bevölkerungsgruppen für die Mitarbeit zu begeistern", sagte Robert Bücking. Auch im Lagerhaus werde es eine Veranstaltung geben. Wichtig sei es zu verstehen, dass jemand, der am Planungsprozess mitwirkt, nicht im Anschluss auf einer Wohnung bestehen könne. Das Engagement diene allen.
Aus Sicht von Professor Felicitas Hillmann vom Institut für Geografie ist die Bürgerbeteiligung erfreulich: "Es ist gut, dass die Stadt vorangeht. Bei einem Objekt in Berlin gab es nur Diskussionen über die Rendite, hier geht es um die Menschen." "Bürgerbeteiligung ist kein Zufallsprozess", betonte Robert Bücking. "Sie bedarf der Pflege. Wir sind dem Ziel, nicht nur den neuen Stadtteil, sondern auch den Planungsprozess bunter zu gestalten, näher gekommen." Ob andere das auch so sehen, wird das nächste Forum zeigen.
Bürgerbeteiligung zum "Neuen Hulsbergviertel": Freitag, 16. März, um 17.30 Uhr in der Friedensgemeinde, Humboldtstraße 175.



Regenwahrscheinlichkeit:



