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Blockdiek. Der Geruch von frischem Brot und Apfelkompott zieht sich durch die Küche des Café Blocksberg in Blockdiek. Väter sind dort am Werk, um gemeinsam mit ihren Kindern in einem Kochkurs ein kulinarisches Menü zusammen zu kochen. Dass viele Männer gemeinhin keine Lust zum Kochen, und dann noch für den Nachwuchs, haben,trifft auf jeden Fall nicht auf die Väter zu, die im Cafe Blocksberg mit großer Unterstützung ihrer Kinder an den Töpfen stehen. Beispielsweise Özgür Busch aus Blockdiek, der mit seinem achtjährigen Sohn Delano gekommen ist.
"Wir versuchen, hier gemeinsam zu kochen", sagt der Vater von drei Kindern. "Ich koche eigentlich ganz gern, aber zu Hause fehlt oft die Zeit und die Ruhe. Hier haben wir die Ruhe und können es dann zu Hause nachkochen." Für die beiden sei es schon der zweite Kochkursus. Gemeinsam rühren sie gerade den Nachtisch an: Vanillequark mit Apfelkompott. "Ich mache am liebsten den Nachtisch", sagt Delano, "am besten ist die Geschmacksprobe." Er helfe auch zu Hause beim Kochen, findet es aber in dem Kochkurs besser, weil es ruhiger zuginge.
Während Delanos Vater seinen Sohn vom Löffel probieren lässt, sind Heiner Pires Santos und seine achtjährige Tochter Lara aus Oberneuland damit beschäftigt, in einem große Topf eine Weihnachtskonfitüre mit Orangen und Äpfeln herzustellen. Der Clou bei dem Kompott ist der Glühweingewürzteebeutel, um dem Ganzen einen weihnachtlichen Geschmack und Geruch zu geben.
Auf die Idee, diesen Kochkursus zu besuchen, ist Lara gekommen. "Ich war mit meiner Freundin schon mal bei einem Kochkursus hier. Und weil Papa so selten mit mir kocht, haben wir uns hier angemeldet." Auch für den Vater ein sichtbar schönes Erlebnis. Was Papa denn anders machen würde als Mama beim Kochen? "Papa macht alles anders!", behauptet zumindest Lara. Am Resultat scheint das aber nichts zu ändern: "Das Endergebnis haben wir noch nicht, aber es sieht ganz gut aus", meint Heiner mit einem Blick in den Topf.
Siggi aus Lilienthal ist mit seinen zwei Kindern, der zwölfjährigen Alicia und dem siebenjährigen Luca gekommen. Sie sind gerade mit dem Hauptgang beschäftigt, nämlich Kartoffelschiffchen, die mit einer Tomatensauce gefüllt werden. "Meine Frau hat an der Volkshochschule gesehen, dass es so einen Kurs gibt und gesagt, dass wir da teilnehmen können, deswegen sind wir hier", erklärt Siggi. "Es macht Spaß, es ist eine tolle Idee und die Organisation ist top und eine tolle Küche haben sie hier", begeistert sich Siggi. Auch Alicia findet es schön, mit Papa und ihrem kleinen Bruder in der Küche zu stehen: "Es macht Spaß zusammen zu kochen, sonst kocht meist Mama. Papa nicht so oft", freut sich Lara.
Neben dem Ergebnis, das leckere Essen, steht aber eine andere Sache im Vordergrund: Die gemeinsame Zeit. Eine Zeit, die vielen im hektischen Alltag fehlt, was auch von allen Vätern bedauert wird. "Es ist schön, diese gemeinsame Zeit zu verbringen. Es ist recht stressig nach der Arbeit, besonders da ich ein fünf Monate altes Baby habe", sagt Özgür Busch. Seiner fünf Jahre alten Tochter habe er versprechen müssen, das Essen zu Hause nachzukochen.
Alltag vom Schichtdienst geprägt
Auch Heiner Pires Santos sieht es ähnlich. Zu Hause würde er leider eher weniger zum Kochen kommen. "Ich arbeite im Schichtdienst und Lara geht auf eine Ganztagsschule, da bringt es der Alltag mit sich, dass man wenig Zeit hat für solche Sachen", sagt Heiner Pires Santos.
Die Kursleiterin des Väter-Kind Kochkurses, Stefanie Seling-Stoll, ist Ernährungsberaterin und zeigt den Teilnehmern die kleinen Kniffe der Essenszubereitung, die nicht allen geläufig sind. Beispielsweise woran zu erkennen ist, dass Brot fertig ausgebacken ist: nämlich dann, wenn es hohl klingt, wenn man mit dem Finger dranklopft.
"Die Idee zu dem Vater-Kind Kochkursus stammt von der Fraueninitiative Quirl", sagt Stefanie Seling-Stoll. "Man möchte im Stadtteil Familien und die Gesundheit fördern und ein Bewusstsein für die gesunde Ernährung schaffen." Bisher habe sie nur gute Erfahrungen machen können. "Es gibt viele alleinerziehende Väter, oder auch Väter, die eher weniger kochen und ich versuche, sie mit ihren Kindern am Kochtopf zusammenzubringen." Mit Erfolg.
Mehr Anstoß mal etwas Neues auszuprobieren, bräuchten die Eltern, die Kinder probierten viel eher neue Sachen aus. "Eltern haben oft Vorurteile, was bestimmte Lebensmittel angeht", sagt Stefanie Seling-Stoll.
Ihr Ziel sei es, mit einfachen Dingen zu zeigen, dass die Väter mit ihren Kindern beim Kochen Spaß haben könnten. Das Angebot solle auch auf andere Stadtteile ausgedehnt werden, aber es müsse sich erstmal herumsprechen.
Der Impuls zur Teilnahme an dem Kursus kam zwar zumeist von den Ehefrauen, aber trotzdem waren alle Väter und Kinder mit Freude dabei und genossen einen gemeinsamen Vormittag ohne Frau und Mutter am Herd. Letztendlich war es auch ein Lehrstück darüber, was wirklich wichtig und kostbar im Leben ist und nicht für Geld gekauft werden kann: gemeinsam verbrachte Zeit.
Anmeldungen und Informationen zu den Kursen über die Volkshochschule Bremen oder im Café Blocksberg, in der Max-Säume Straße in Blockdiek, Telefon 4799380.



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