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Blockdiek. Auf roten Holzbänken warten die Menschen im Hôpital Général Peltier in Dschibuti darauf, dass sie behandelt werden. Dort hat Michael Fakharani, der französisch, englisch und arabisch spricht, während seines zehntägigen Aufenthaltes in der kleinen Republik Dschibuti einem Kollegen bei rund 20 Operationen geholfen.
Danach sind der 58-jährige Mediziner und Obi Ojike, ein Frauenarzt aus Bremerhaven, der ihn begleitet hat, jeden Tag 200 Kilometer ins Flüchtlingslager in Ali Ade gefahren. In dem vom Bürgerkrieg geplagten Somalia selbst zu helfen, war zu gefährlich. Das Auswärtige Amt hatte abgeraten.
"In dem Flüchtlingslager in Ali Ade leben 19000 Menschen", berichtet Michael Fakharani, der sich schon viele Jahre als Entwicklungshelfer engagiert. Sie haben sich Hütten aus Akazienzweigen gebaut und Planen darüber gedeckt, die sie mit Seilen festgezurrt haben. Ein Baby vor dem Bauch, eine Plastikplane auf dem Rücken, eine Flasche mit Wasser in der Hand - so legen viele Frauen in zwei, drei Wochen zu Fuß den Weg von Somalia in das etwa 20 Kilometer von der somalischen Grenze entfernte Ali Ade zurück. "Viele laufen die Strecke schwer verletzt", weiß Fakharani.
Hoffnung auf Hilfe im Lager
Sie hoffen, die ersehnte Hilfe in einem weiß und blau gestrichenen Steingebäude im Lager zu bekommen. "Wir haben viele veraltete Kriegsverletzungen versorgt, die sich entzündet hatten", schildert der Arzt. "Viele Menschen in Somalia werden von Minen verletzt." Fakharani und Ojike mussten häufig Eiter abtragen und Wunden reinigen, damit es keine Blutvergiftung gibt. Den Arm einer Frau, die mit einem offenen Bruch des Oberarms im Lager angekommen sei, haben sie nicht mehr retten können, berichtet Fakharani von einem tragischen Fall. Sie mussten den Arm an der Schulter amputieren. Das war leider keine Ausnahme. Dem an Aids erkrankten Jungen, dessen Wunden am Arm nicht heilen wollten, konnte er nicht retten. Ebenso bitter sei der Fall der Frau mit Kleinkind, deren Gesicht von Krebs zerfressen war.
Sein Bremerhavener Kollege habe Kaiserschnitte gemacht, erzählt Michael Fakharani weiter. An dem Tag, bevor er und Obi Ojike angekommen sind, ist eine Frau gestorben, weil sich das Kind im Bauch gedreht hatte und es nicht natürlich geboren werden konnte. In Ali Ade traf Fakharani einen jungen Allgemeinmediziner aus Nepal von einer Hilfsorganisation asiatischer Ärzte. "Er hatte noch wenig Berufserfahrung. Ich konnte ihm ein bisschen unter die Arme greifen", sagt Fakharani.
Und den Helfern, angelernten Flüchtlingen, hat er Verbandstechniken gezeigt. "Ich habe da Menschen kennengelernt, die sich aufopfern", stellt Fakharani. Besonders beeindruckt hat den Orthopäden, der seit fast 25 Jahren eine Praxis im Einkaufszentrum Blockdiek hat, eine Amerikanerin. Sie musste im Auftrag des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) aus hunderten von schwer Verletzten eine Hand voll auswählen, die in westlichen Ländern behandelt werden sollten. "Das sind tolle Leute."
Die Neugier, die Wissbegier und den Dank der Hebammen, denen er gezeigt hat, wie Klumpfüße bei Neugeborenen mit Gips gerichtet werden können, begeistert Michael Fakharani nachhaltig. Das gilt ebenso für Studenten, vor denen er einen Vortrag über Ursachen von Rückenschmerzen und Schmerzbehandlung hielt.
An seinem "einzigen Urlaubstag" hat er sich bei der Planung für den Bau eines SOS-Kinderdorfes in Tadjoura eingebracht. Er sollte als Experte beurteilen, ob das vorhandene Krankenhaus, in dem Putz von den Wänden bröckelt, integriert werden kann. "Es sind zwar Renovierungsarbeiten nötig, aber dann können die Räume genutzt werden", sagt er. "Wir dürfen da nicht mir hiesigen Standards rangehen." Dann fällt Michael Fakharani der Defibirlator ein, den er in Peltier übergeben hat. Darüber hinaus hat der Bremer zwei Rollstühle mit nach Dschibuti genommen. Was dort weiter fehlt, sind Stahlschrauben und -platten zum Richten von Brüchen. Deshalb will Fakharani mit Richard Delebinski, dem Leiter der Unfallchirurgie des Klinikums Bremen-Ost, an allen Krankenhäusern in Bremen ausgemustertes Material sammeln und im April mit nach Dschibuti nehmen. Seine Frau Heike wird auch mitfahren. Die Krankenschwester hat ihn mehrfach begleitet. Das Ehepaar will mehr Ärzte und Freunde mobilisieren. Ein
befreundeter Ingenieur hat schon zugesagt, in Dschibuti Wasserpumpen zu bauen.



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