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Tenever. Obwohl Jens Köllig an Heiligabend mächtig unter Dampf sein wird, freut sich der Kita-Bremen-Koch auf das große öffentliche Weihnachtsessen in der Aula der Grundschule Andernacher Straße. Ab 16 Uhr beginnt die interkulturelle Feier, die zum ersten Mal die Projektgruppe Tenever und das Quartiersmanagement gemeinsam veranstalten und an der Jung und Alt kostenlos und ohne Anmeldung teilnehmen können.
Die dankbaren und freudigen Reaktionen der Gäste sind für Jens Kölling das schönste Weihnachtsgeschenk. "Das macht unheimlich Spaß, weil man viel wiederkriegt", sagt er. Spontan fällt dem Koch eine ältere, alleinstehende Dame ein. Sie habe vor zwei Jahren zum ersten Mal an der Tafel Platz genommen und ihm beim letzten Weihnachtsessen gestanden: "Seit dem vergangenen Jahr macht Weihnachten wieder Spaß, vorher war es so traurig."
Bemerkenswerte Unterstützung
Bei solchen Bekenntnissen schmilzt auch das Herz des Kochs dahin: "Wenn man so etwas hört, muss man einfach weitermachen", sagt er und stürzt sich wieder voll und ganz in die Vorbereitungen. Für das große Festmahl übermorgen rechnet der Hastedter aufgrund der Erfahrungen aus den vergangenen drei Jahren mit rund 180 Gästen. "Wir decken aber für 200 Leute, damit genug Platz ist." Ob er alle satt bekommt, das ist für Kölling fast schon eine beleidigende Nachfrage. "Ich bin was die Menge angeht, bestens vorbereitet", versichert er. "Das wird reichen."
180 Entenkeulen, 20 Kilogramm Rotkohl, 50 Kartoffeln und 40 Liter Schokoladenmousse müssen verarbeitet werden. Für Gaumenfreuden sorgen außerdem eimerweise Plätzchen, Mandarinen und anderes Naschwerk sowie unzählige Getränke. Die Lebensmittel sind alle gespendet - von einem halben Dutzend Spender aus Tenever. "Das ist bemerkenswert", findet Jens Kölling. Vor allem, weil sie teilweise wie selbstverständlich davon ausgehen, das weiterhin zu tun. Das gilt übrigens ebenso für den Helferstab. Rund 20 Freiwillige sind für das große Festmahl im Quartier eingespannt. Christa Bartels zum Beispiel denkt sich immer Hingucker für die Dekoration aus, wie die Goldlack besprühten Nudeln. Sie habe im Vorfeld neue Windlichter gebastelt, verrät Jens Kölling.
Andere "Weihnachtswichtel" engagieren sich in der Bewirtung oder gestalten das Unterhaltungsprogramm. "Einige sind Jahr für Jahr dabei, weil sie es einfach schön finden, Weihnachten so zu verbringen", sagt Jens Kölling. So wird gemunkelt, dass der ehemalige Quartiersmanager Joachim Barloschky wieder ein Gedicht vortragen will. Sein Nachfolger Jörn Hermening mit der Gitarre, Cellist Stephan Schrader von der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen sowie Pastor Ingo Westermann von der Trinitatisgemeinde mit den Krippenspielern sind auch dabei.



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