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Tenever. Zur 182. Stadtteilgruppensitzung füllen wie üblich an die achtzig Besucher den Raum in der Kita Kinderhafen im Pfälzer Weg. Mit Hilfe von Rechner und Beamer sind die Zahlen und Fakten für alle gut sichtbar an die Wand projiziert. Nüchtern werden sie zur Kenntnis genommen, doch jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer steht bei diesen Sitzungen für mindestens ein soziales Projekt. Jeder ahnt, welche Folgen die Zahlen für Menschen im Stadtteil haben werden.
Hella Poppe vom Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, und Quartiersmanager Jörn Hermening vom Amt für Soziale Dienste präsentieren die gut vorbereiteten Fakten nüchtern. Über 80 Anträge summieren sich auf insgesamt über 722000 Euro. Bei wenigen geht es um neue Projekte, zahlreiche Anträge sind gestellt, um bestehende Projekte zu unterstützen und deren Fortbestand zu sichern. Aus den zwei Fördertöpfen WiN (Wohnen in Nachbarschaften) und Soziale Stadt stehen 275000 Euro in Aussicht. Bei den LOS-Mitteln (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) stehen zusätzlich 50000 Euro auf der Bedarfs- und der Antragsseite.
Durchgängige Streichungen von Mitteln werden Spuren im Stadtteil hinterlassen. Hella Poppe verliest die lange Antragsliste. Dabei stellt sie gleichzeitig die projektbezogenen beantragten Kosten und die gekürzten Vorschläge vor. Kleine Reduzierungen, wie bei der Musiktherapie für schwer Mehrfachbehinderte, von 2000 auf 1800 Euro, stehen größeren, wie bei der Hochhaussozialarbeit für die in Tenever bekannten Problemadressen Neuwieder Straße 1 und 3 von 15962 auf 9000 Euro gegenüber.
Der Förderverein Haus Pfälzer Weg hat unterAnstrengungen im vergangenen Jahr ein Klavier für die musikalische Therapie schwer mehrfachbehinderter Menschen angeschafft und steht im Vertrag mit einer Musiktherapeutin. Der Förderverein wird die Finanzierungslücke, wie es sie auch im vergangenen Jahr gab, aus eigener Kraft und durch Spenden schließen.
Wie sich die Unterstützung der Mieter in den Häusern der Neuwieder Straße 1 und 3 aufrecht erhalten lässt, bleibt bisher ungeklärt. Um den Erhalt der Unterstützung bemüht sich die Projektgruppe Tenever weiterhin.
Schlichtung bleibt erhalten
Die "Schlichtung in Nachbarschaft" durch die Gruppe Täter-Opfer-Ausgleich hat 10000 Euro für dieses Jahr beantragt, um weiterhin durchgängig arbeiten zu können. 4000 Euro lautet der gekürzte Vorschlag. Damit könne die Schlichtungsarbeit aktueller Streitfälle nicht fortgesetzt werden, argumentierten die Antragsteller. Mit 4000 Euro seien lediglich Termine mit drei bis vier Wochen Wartezeit zu realisieren, da eine stete Präsenz nicht zu gewährleisten sei. Die Kosten der Schlichtungsarbeit seien auch durch erforderliche lückenlose Dokumentationen hoch. Die Schlichtung schwelender und offener Konflikte im Abstand von mehreren Wochen anzusetzen, mache die Arbeit ineffektiv. Durch kreative und solidarische Vorschläge,Verzicht auf Anträge und Umverteilungen wird der Förderbeitrag auf 8500 Euro aufgestockt und damit der weitgehende Erhalt der Schlichtungsmöglichkeit durch Experten möglich.
Das Quartiersmagazin "die Quartiere" ist das erste Opfer der aktuellen Einsparungen. Die Mittel für das Stadtteilmagazin Tenevers werden komplett gestrichen. Nach Vorstellung der über 80 Anträge und einer kurzen Pause werden die ersten neun von elf Anträgen unter Berücksichtigung der Kürzungen genehmigt.
Zurückgestellt werden der Antrag des Café Abseits, das zur Teilfinanzierung der Gesamtkosten von 21000 Euro 5000 Euro beantragt hat, und der Antrag des Bundes der Pfandfinderinnen und Pfadfinder, die nicht in der Sitzung der Stadtteilgruppe vertreten sind.
Selbst der Antrag der Polizei über einen Zuschuss von 400 Euro zur "technischen Ausstattung zur Auswertung der Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen" wird vorerst nicht beschlossen.



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