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Tenever. Im Regenbogenhaus herrscht ausgelassene Stimmung. Seit acht Uhr sind die Kinder mit dem Küchenpersonal und den Gruppenleiterinnen dabei, Obstschaschlik, Quark auf Salat, Brotecken, Marmeladen, Käse und Wurst lecker und verlockend herzurichten. Die prall gefüllten Platten bilden ein mächtiges Halbrund im Versammlungsraum des Regenbogenhauses. Jetzt wollen alle gemeinsam singen, bevor sie in die gesunden Happen beißen.
80 Mädchen und Jungen und 16 Frauen stimmen "Lene heißt die braune Kuh" an. Michael Wolf von Airbus und Ralf Schumann von der Gewoba stimmen ein. "Das ist ein toller Start ins neue Jahr", betont Ilona Weier-Mindermann, die Kita-Leiterin des Regenbogenhauses, und schaut dabei die beiden Herren an. Dann erzählt sie den Kindern von dem Glück, das sie haben: "Heute habt ihr euch das erste mal in diesem Jahr das Frühstück selbst zubereitet und das können wir nun das ganze Jahr freitags so machen."
Beisammensein fördern
Auch im Regenbogenhaus, wie in vielen anderen Einrichtungen für Kinder bleibt nicht unbemerkt, dass in Familien häufig nicht mehr gemeinsam gefrühstückt wird. Manche Eltern müssen durch unterschiedliche Arbeitszeiten Kompromisse machen, durch wechselnde Schichtdienste verliert sich auch diese Struktur. Bei anderen wird nicht gemeinsam gefrühstückt. Dem möchte das Regenbogenhaus etwas entgegensetzen. Beim Frühstück in der Familie, oder im Kreis der Kindergartengruppe, geht es um gesunde Ernährung, um den Austausch beim Beisammensein.
In vielen Kulturen ist das Frühstück traditionell ein wichtiges Ritual und weit mehr als bloße Nahrungsaufnahme. Soziales Miteinander, teilen, sich austauschen, gemeinsames Vorbereiten und gemeinsames Tischabdecken, dem Gegenüber behilflich sein, abgeben und verzichten, die rechte Menge finden, sich zurücknehmen gehören dazu. Tischmanieren und Essgewohnheiten zwischen sehr süß, fett oder vegetarisch lernen Kinder bei gemeinsamem Frühstück nebenbei kennen.
Ralf Schumann von der Gewoba ist gekommen, weil das Unternehmen dieses Frühstück als guten Start ins neue Jahr für alle Anwesenden spendiert hat. Ralf Schumann ist als siebtes Geschwisterkind geprägt durch Familienfrühstück am großen Tisch und sagt: "Das ist eine Investition in die Zukunft", bevor er in ein Gurkenstück beißt. Für Airbus sieht es Michael Wolf ähnlich, betont aber auch besonders den regionalen Bezug der Spende aus der Glückspfennig-Aktion. Er hat für Airbus einen Scheck überreicht, der die Kosten für 51 weitere Frühstücke für die gesamte Kita Regenbogenhaus mit ihren etwa 100 Kindern deckt.
Von der Frühstücksidee bis zu den Spenden ist es nicht von heute auf morgen gekommen. Staatliche Förderungen sind knapp bemessen und hätte die Kita das Frühstück aus bestehenden Mitteln finanzieren, hätte sie an anderen Stellen hart einsparen müssen. Eine Mutter mehrerer Kinder aus Tenever hat überall, wo sie hinging, von der Frühstücksidee erzählt. So erfuhren die Quartiersentwicklung und dann die Gewoba davon.
Eine Bekannte der Teneveranerin, die bei Airbus arbeitet, ging mit dem Wunsch nach Unterstützung zu Michael Wolf, der Spendenkoordinator bei Airbus Bremen ist. Wolf forderte eine Aufstellung der Kosten im Regenbogenhaus bei Ilona Weier-Mindermann an und prüfte den Bedarf der Kita, darüber hinaus, ob das Förderungsprojekt im Einzugsbereich der Mitarbeiter liegt und weitere Kriterien nach denen Airbus seine Glückspfennige verteilt.
Glückspfennige werden die Spendengelder genannt, weil allen Mitarbeiter bei Airbus Hamburg, Buxtehude, Stade und Bremen im Verbund ihre Gehälter nur in Euro bekommen. Was hinter dem Komma steht, früher einmal die Pfennige, wird abgerundet und kommt sozusagen in die Spendendose, außer ein Mitarbeiter äußert schriftlich, dass er nicht daran teilnehmen will. Bei etwa 11000 Beschäftigten in Hamburg und 3000 in Bremen und so weiter kommen Summen zusammen, die für einige Projekte gut sind. Alle Anträge werden geprüft, beraten und von Betriebsrats-und Arbeitgebervertretern ausgewählt, so dass es bis zur Weitergabe der Spendenquittung in die Airbus-Buchhaltung immer zwischen sechs und zwölf Monaten dauern kann. Etwa 650 Projekte insgesamt und 180 in Bremen wurden bisher gefördert.
Ilona Weier-Mindermann schätzt sich und das Regenbogenhaus glücklich mit dem Frühstückspfennig für 2012. Ein großer Wunsch ist in Erfüllung gegangen und die Kinder greifen fleißig zu Obstschaschlik und Quark auf Salat. Zu Gurken- und Kohlrabisticks nehmen sie Brot und Brötchen mit Käsescheiben. Da fällt mal etwas vorbei und wird durch kleine Hände aufgewischt, Milch und Kakao wird auch dem Nachbarmädchen angeboten und am letzten Tisch stellen die Jungs schon einige der Teller zusammen. Ob das gemeinsame Frühstück eine längerfristige Einrichtung werden kann, hängt davon ab, ob die Kita Regenbogenhaus weitere Spenden bekommt, denn eine dauerhafte staatliche Förderung fehlt dem Regenbogenhaus.
Die Kita Regenbogenhaus, Koblenzer Straße 12, ist unter Telefon 361 32 36, www.kita.bremen.de zu erreichen. Für die Glückspfennig-Aktion bei Airbus ist Michael Wolf zuständig, Kontakt:
michael.wolf@airbus.com.



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