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Gete. Eigentlich hat Tido Hokema schon nicht mehr damit gerechnet: Vor fünf Jahren hatte der Schulleiter bei der Bildungssenatorin einen Antrag auf Ganztagsbetrieb gestellt, jetzt steht die Grundschule An der Gete tatsächlich auf der Liste. "Das kommt ein bisschen überraschend", kommentiert der Rektor die kommenden Veränderungen.
Ab dem Sommerschuljahr wird die Einrichtung ihre Schüler zunächst bis 15 Uhr betreuen, bei Bedarf auch noch eine Stunde länger. Dabei hat sich Hokema für ein Modell aus gebundener Ganztagsschule und "normalem" Betrieb entschieden - die Teilnahme ist damit nur für bestimmte Schüler verpflichtend.
Eine Klasse wird künftig bis 13 Uhr unterrichtet, zwei Klassen bleiben im Ganztagsbetrieb bis 15 Uhr in der Einrichtung. Für diese Kinder bietet die Schule zudem eine Betreuung bis 17 Uhr an. "Wir haben etliche Eltern, die ihre Kinder mittags zu Hause haben wollen. Das ist eine gewichtige Gruppe, die wir nicht verlieren wollen", begründet Tido Hokema die Entscheidung für die Mischform.
Hintergrund für den Antrag auf Ganztagsbetrieb war der "wahnsinnige Betreuungsbedarf" bis 15 Uhr, wie er sagt. In der räumlich angegliederten "Bärenhöhle", einer privaten Betreuungseinrichtung, die vom Schulverein getragen und den Eltern finanziert wird, können längst nicht mehr alle Kinder aufgenommen werden. Im Vorjahr wurden 20 Mädchen und Jungen mehr angemeldet als freie Plätze zur Verfügung standen. In diesem Jahr sind es 46 Anträge bei 17 freien Plätzen. "Da muss einfach etwas passieren. Das lässt sich mit den vorhandenen Mitteln nicht mehr organisieren", sagt Tido Hokema.
Mit der Umstellung auf Ganztagsbetrieb einher geht eine Erweiterung des Gebäudes. "Räumlich ist die Situation bei aktuell insgesamt 250 Schülern schon sehr angespannt", sagt der Schulleiter. Nach der Umstellung sollen 280 Kinder unterrichtet und betreut werden. "Mehr geht nicht", so Hokema.
Deputation muss noch beraten
Pläne für einen Erweiterungsbau an der Gete liegen bereits vor. Nach Informationen von Karla Götz, Sprecherin der Bildungssenatorin, stehen 1,5 Millionen Euro für die Baumaßnahmen an der Grundschule zur Verfügung.
Allerdings muss die zuständige Deputation das Vorhaben noch absegnen. "Wir haben eine Machbarkeitsstudie für einen Erweiterungsbau angefertigt, und diese ist für den Standort positiv ausgefallen", sagt Karla Götz.
Wo genau der Neubau seinen Platz finden wird, ist noch nicht entschieden. Tido Hokema favorisiert, den Bau an der Turnhalle und teilweise in den öffentlichen Grünzug hineinzubauen. "Das würde den Schulhof am wenigsten beschneiden."
Klar ist bereits die Nutzung. Das neue Gebäude wird vor allem für die Mittagsversorgung von bis zu 200 Kindern Platz bieten. Es sind aber auch Freizeiträume, ein zweites Musikzimmer, Differenzierungsräume und Arbeitsmöglichkeiten für Lehrer vorgesehen. Zusätzlich braucht die ganze Schule ein neues Raumkonzept. So müssen Kleingruppen untergebracht und Klassenräume geteilt werden. "Wenn Kinder den ganzen Tag in der Schule sind, haben sie einen anderen Platzbedarf", weiß der Leiter. Einher mit dem Ganztagsbetrieb geht eine konzeptionelle Neuausrichtung. Neben dem bewährten Musikprofil soll es künftig eine verstärkte Förderung mathematischer Begabungen geben. Mit der Einrichtung einer Bibliothek will Hokema die Lesefreude der Schüler unterstützen.


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