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Ilona Topps Atelier ist das Wohnzimmer ihrer Oslebshauser Wohnung. Dort hat sie einen großen, offenen Regalschrank stehen, in dem Polsterstoffe der unterschiedlichsten Sorten und Farben lagern. So hat sie einen guten Überblick und alles schnell griffbereit. „Früher hatte ich das in Kisten“, erinnert sie sich nur ungern. „Da musste ich jedes Mal die Sachen rausholen, wenn ich was brauchte.“
Für ihre klassische Umhängetasche braucht sie etwa einen Abend, für den größeren „Shopper“ allein „nähtechnisch“ schon mal fünf Stunden, wie sie sagt. Der besondere Clou an ihren kleinen Taschen, die mit ihren diversen Reißverschlüssen und Innentaschen auch gut alltagstauglich sind, ist ein eingearbeitetes Verbindungsstück am Schultergurt. Es besteht aus dem umgebogenen Griff eines Silberlöffels. Ein richtiger Hingucker.
„Materialien haben mich immer interessiert“, sagt die gelernte Näherin. Dass daraus eine Geschäftsidee wurde, ist jedoch eher ein Zufallsprodukt. Vor ungefähr drei Jahren, als sie bei einem Vereinsgeschäft in Delmenhorst aushalf, fragte eine Kundin nach Taschen. Die hatte der Verein aber nicht im Angebot. „Da habe ich mal 20 gemacht“, erzählt Ilona Topp.
Materialbeschaffung ist schwierig
Gerade die Beschaffung der Materialien ist allerdings oft ein großer Aufwand. Die Schwierigkeit liegt darin, die gewünschten Polsterstoffe zu bekommen, erzählt Ilona Topp. Drei Läden existieren nur in Bremen und manchmal gibt es einen bestimmten Stoff nur einmal im Jahr. Das ist viel Fahrerei. Und natürlich hat sie auch klare Vorstellungen von Qualität und Farbe der Stoffe. „Ich mag keine harten und kalten Materialien“, sagt sie.
An Ideen mangelt es der 63-Jährigen nach wie vor nicht. Bei der Künstlervereinigung „Handwerk“ auf dem Gelände der Nordwolle in Delmenhorst, wo sie ihre Taschen ausstellt, geht viel Stammkundschaft ein und aus. Aber die Zeiten für das Kunsthandwerk sind schwierig geworden. Die Menschen geben weniger Geld aus für Dinge, die sie zwar sehr schön finden, aber nicht unbedingt brauchen, hat Ilona Topp festgestellt. Auch sie kann von ihrem Handwerk nicht leben, entmutigen lässt sie sich deswegen aber nicht. „Ich lass mir was einfallen, was die Menschen brauchen können“, sagt sie.
Neu im Angebot ist das große „Sonnenkissen“, das sie aus diversen bunten Stoffen im Patchwork-Stil zusammennäht. Die Stoffstreifen werden konisch zugeschnitten und dann einzeln aneinandergenäht, erst zu einem Viertel und dann die vier Einzelstücke zu einem Ganzen. Drei Abende braucht sie für ein solches Kissen, das zusätzlich innen abgefüttert wird, damit man die Nähte nicht spürt.
Begeistert von der Atmosphäre
Die Adventsausstellung von Signatur findet bereits zum zehnten Mal statt und ist für Ilona Topp eine gute Gelegenheit, ihre Taschen einem größeren Publikum vorzustellen. Im vergangenen Jahr war sie erstmals als Besucherin dort und begeistert von der Atmosphäre auf dem ehemaligen Bauernhof. 30 Aussteller präsentieren dort auch in diesem Jahr Kunsthandwerk und Accessoires von Floristik, Büchern, Schmuck, Kulinarischem und Handarbeiten bis hin zu Möbeln und Bildern.
Die Adventsausstellung bei Signatur, Seehauser Landstraße 140, ist geöffnet von Freitag, 12., bis Sonntag, 14. November, sowie Freitag bis Sonntag, 19. bis 21. November, jeweils Freitag, 14 bis 18 Uhr, Sonnabend und Sonntag, 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.


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